RSS
 

Artikel zum Schlagwort "Porta Westfalica":


Nienburg-Tour 2009

04 Aug

Wenn ich an das Jahr 2009 denke, fällt mir in sportlicher Hinsicht besonders schnell meine Tour nach Nienburg/Weser, im Folgenden nur Nienburg genannt, ein.

Da ich einige Verwandte in Nienburg habe, kannte ich die Strecke schon sehr gut. Sie anstatt mit dem Auto mit dem Fahrrad zu fahren, hat für mich den Hauptreiz ausgemacht und war Motivation genug, die Planungen für diese Tour voranzutreiben. Ausgerüstet mit reichlich Proviant, mehreren Seiten Wegbeschreibung und einem Straßenatlas bin ich an einem Samstag zwischen 8:00 und 9:00 Uhr losgefahren. Da meine bis dato längste auf einem Fahrrad zurückgelegte Strecke 40 km betrug, war ich höchst unsicher, diese knapp 100 km lange Tour zu schaffen. Notfalls hätten meine Frau und meine Tochter mich eben auflesen müssen.

Der erste Tourabschnitt führte mich von Oerlinghausen über Leopoldshöhe nach Bad Salzuflen. Über die mir vorher gänzlich unbekannten Orte Wüsten und Hollwiesen fuhr ich weiter nach Vlotho. Unbekannt deshalb, weil ich mit dem Auto stets über die A2 bis Porta Westfalica und danach über die B482 gefahren war. Beide sind vernünftigerweise für Fahrradfahrer gesperrt…

In Vlotho sah ich dann das erste Mal die Weser auf dem Sattel eines Fahrrads. Dieses Erlebnis wiederholte sich noch einmal mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, als ich in Porta Westfalica ankam. Ich hatte bis dahin etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Das bis dahin recht bergige Terrain wich nun nach und nach dem Norddeutschen Tiefland, das leichter zu befahren war.

Über Meißen, Dankersen und Frille ging es nach Lahde. Besonders ist mir in Dankersen die Unterquerung des Mittellandkanals durch einen langen, schmalen und niedrigen Tunnel in bleibender Erinnerung geblieben. In Lahde angekommen, begann mich mein rechtes Knie zu beunruhigen, so dass ich kurz überlegte, mit dem Zug weiterzufahren, was ich aber ließ.

Nachdem ich durch Gorspen-Vahlsen, Ilserheide, Ilse und Gehlhäuser gefahren war, konnte ich endlich wieder ein kleines Stück an der mir vertrauten B482 entlangfahren. Schnell ging es aber wieder in unbekanntes Terrain, als ich durch Elmenhorst, Borg und Ilveser Holz nach Heimsen fuhr, wo ich wieder auf die Weser traf, neben der ich nun eine Weile lang her fahren konnte.

Als ich danach in Wasserstraße ankam, atmete ich erleichtert auf, denn von da an konnte ich auf dem mir bekannten Weg fahren, sprich auf der B482 und wenig später auf der B215. Ich hatte bis dahin mehr als Dreiviertel der Strecke geschafft und die Beine schmerzten mehr und mehr.

Über Leese, Landesbergen, Estorf und Leeseringen bin ich schließlich am frühen Nachmittag in Nienburg angekommen. Meine Beine taten mir so weh, dass Hinsetzen und Aufstehen nur mit allergrößter Mühe und unter dem Ertragen empfindlicher Schmerzen möglich war…

Am nächsten Tag, der Muskelkater war schon wieder erträglicher, wurde ich von meiner Frau und meiner Tochter abgeholt. Das war so geplant, denn zweimal in zwei Tagen wollte ich diese Tour nicht machen.

Fazit: Auch wenn es immens anstrengend war, kann ich es nur jedem empfehlen, der belastbar genug ist. Ehemals als lang bewertete Strecken kommen einem in Relation betrachtet nachhaltig viel kürzer vor und man reift auch durch solche an die Belastungsgrenze gehende Touren ungemein.

 
Kommentare deaktiviert

Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Auf zwei Rädern