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Archiv für die "Umweltschutz"-Kategorie


Zur Gewalteskalation von Stuttgart 21

01 Okt

Ich musste mich heute morgen, als ich mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit war, beherrschen, nicht laut loszulachen. Im Radio kam ein Bericht über Protestler und Demonstranten gegen Stuttgart 21, die sich am Vortag u.a. als Baumbesetzer betätigten. Die Polizei setzte u.a. Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Diese Gewalteskalation stellt für mich den negativen Höhepunkt in dieser Streitfrage dar.

Die Bäume

Diese Menschen haben gegen die Abholzung von rund 300 Bäumen protestiert und entrüsteten sich über die Brutalität der Obrigkeit gegen Mensch und Natur. Ich mag es auch nicht, wenn Bäume abgeholzt werden, ganz im Gegenteil. Aber diese Menschen sollten mal darüber nachdenken, wie viele Bäume sie schon auf dem Gewissen haben, z.B. durch den Kauf von Zeitungen oder Holzmöbel, um nur ein paar Produkte zu nennen, deren Hauptbestandteil Holz ist. Viele Menschen verheizen auch Holz im Kamin oder nehmen eine Erkrankung von Bäumen am Straßenrand billigend in Kauf, wenn sie mit ihren Autos daran vorbei fahren.

Ich finde diese Doppelmoral jedenfalls widerwärtig und bedenklich.

Dazu frage ich mich, ob es den Menschen wirklich um die Interessen der Bäume geht oder ob es nicht vielmehr egoistische Beweggründe sind, weil ein schöner Park und damit ein attraktives Naherholungsgebiet verlorengeht? Jeder sollte sich da selbst einmal kritisch bezüglich seiner Beweggründe hinterfragen.

Die Gewalt

Wenn sich Protestler trotz mehrmaliger Aufforderung durch die Polizei, ein Gebiet zu verlassen, dennoch dagegen entscheiden, stur auf ihren Plätzen verharren und die Polizei mit Kastanien und anderen Gegenständen bewerfen, ist die letzte Konsequenz eben der Einsatz (sanfter) körperlicher Gewalt. Riesengroß wäre doch das Geschrei gewesen, wären Erwachsene oder gar Kinder bei den Abholzungsarbeiten von umstürzenden Bäumen schwer verletzt oder erschlagen worden…

Dass ein harter Wasserstrahl oder eine Ladung Pfefferspray in einer bunt gemischten und aufgebrachten Menge im Eifer des Gefechts auch mal ein Kind oder einen älteren Menschen trifft, kann man sich nur zu gut vorstellen, auch wenn man nicht vor Ort war. Darüber sollte man sich eigentlich im Klaren sein, wenn man an so einer Demonstration teilnimmt, ebenso darüber, dass sich mit Kastanien beworfene und übelst beschimpfte Polizisten irgendwann zumindest mit weichen Waffen wehren.

Ich bin jedenfalls der Ansicht, auch als Demonstrant dürfe man sich gegenüber der Polizei nicht alles erlauben. Mir ist eine durchgreifende Staatsgewalt lieber als Anarchie.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Gesellschaftskritik, Politik, Umweltschutz

 

Riesiger Müllstrudel im Pazifik

12 Aug

Ein Essay über den Menschen und seinen Umgang mit der Umwelt

Kaum vorstellbar: Ein Müllstrudel doppelt so groß wie Texas (viermal so groß wie Deutschland) treibt im Pazifik!
Dieser Strudel besteht aus entsorgtem Plastikmüll, welcher nur sehr langsam verrottet, siehe hier.
Der schwedische Konzern Electrolux hat nun im Rahmen der globalen Initiative Vac from the Sea begonnen, diesen Müll abzufischen und zu recyceln. Daraus sollen zunächst einmal Staubsauger hergestellt werden.

Was sind wohl die Motive von Unternehmen, die solche oder ähnliche Initiativen starten? Da im Grunde jedes Unternehmen in einem kapitalistischen Land das Ziel hat, größtmöglichen Gewinn zu erzielen, dürfte wohl in den allermeisten Fällen Gewinnmaximierung dahinter stecken. Zum einen könnte es sein, dass das Bergen und Recyceln von Plastikmüll deutlich günstiger ist als die Neuproduktion, vor allem, wenn es Freiwillige oder Ehrenamtliche machen. Zum anderen stehen solche Unternehmen, unabhängig davon, was sie in den letzten Jahren in Sachen Umweltschutz oder Umweltverschmutzung gemacht oder auch nicht gemacht haben, in den Medien und damit auch bei den Endkunden erst mal sehr gut da, wovon sich die Marketing-Experten sicher einen höheren Absatz der hergestellten Produkte versprechen.

Vielleicht sind es aber im Falle von Electrolux tatsächlich lautere Motive, was wünschenswert wäre. Wenn dem so ist, wäre es fast zu schön um wahr zu sein und findet hoffentlich in Zukunft viele Nachahmer…

Was aber auch die Motive letztendlich sein mögen, der Umwelt und den Meerestieren wird es egal sein.

Nicht WARUM man etwas Gutes tut ist entscheidend, sondern DASS man es tut!

Es ist schade, dass in unserer Konsumgesellschaft soviel Verpackungsmüll entsteht und dass man als Endkunde auch nicht viel dagegen tun kann. Viele Produkte, sollen sie verkaufsfähig sein, müssen schon aus Transportschutzgründen verpackt sein. Nahezu alle Produkte, die aus mehr als einem Teil bestehen, auch.

Als Endkunde steht man zwar in diesem Fall hilflos da und kann nur hoffen, dass der Müll vernünftig recycelt wird. In anderen Fällen kann man aber durchaus seinen Beitrag leisten:

  • Recycling-Unterstützung durch Mülltrennung
  • Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf
  • bewussteres Einkaufen
  • Loslösung von der Wegwerfmentalität

Gerade der letzte Punkt ist aber auch an Hersteller gerichtet, ihre Produkte so zu produzieren, dass diese im Reparaturfall kostengünstig repariert werden können. Kostengünstig heißt, dass eine Reparatur für den Endverbraucher finanziell günstiger wäre als eine Neuanschaffung.

Wenn ich über das Wesen des Menschen nachdenke und meine jahrzehntelangen Beobachtungen und Erfahrungen mit einfließen lasse, werde ich skeptisch: Viele Menschen sind bequem und geistig schwach, d.h. sie lassen sich leicht in Versuchung führen und blenden bzw. geben Reizen schnell nach, vergessen ihre Disziplin, hinterfragen nicht genug, denken nicht weit genug oder nur an ihre eigenen Interessen…
Ein Lichtstreif am Horizont sind die vielen Menschen, denen das an sich selbst irgendwann aufgefallen ist und die nun daran arbeiten, das zu ändern.

Natürlich bin auch ich nicht perfekt und habe meine Schwächen. Aber ich bin auch Idealist und versuche mich dem Ideal, das ich zwar nie erreichen werde, zumindest sukzessive anzunähern. Passive Unterstützung erhalte ich von meinen beiden Kindern, denen ich versuche, stets ein gutes Vorbild zu sein und denen ich gerne zumindest die Welt hinterlassen möchte, die ich als Kind auch hatte.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Umweltschutz