Im Artikel Warum Radfahren Sinn macht vertrete ich die Meinung, dass viele Menschen körperliche Bewegung scheuen, weil sie ihren inneren Schweinehund nicht überwinden können.
Was kann man gegen den inneren Schweinehund tun?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst erbrachte Leistungen in Form von Trainingserfolgen oder
-fortschritten skalierbar, also messbar sein müssen. Sind sie es, kann man vergleichen und beurteilen, ob das Training sinnvoll ist oder nicht. Vor allem kann man sich Ziele setzen. Hier ein paar Beispiele:
- eine Strecke innerhalb einer bestimmten Zeit fahren
- eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit zu erreichen
- einen Berg hochzufahren ohne Absteigen zu müssen
- eine Strecke bestimmter Länge ohne Pause zu absolvieren
- eine Gewichtsreduktion auf ein Wunschgewicht
Setzt man sich solche Ziele und verwendet man zur Messbarkeit einen Fahrrad-Computer, kann man sogar schon während der Fahrt überprüfen, ob und wie das Ziel erreicht wird. So erreicht das geistig nicht unbedingt anspruchsvolle Radfahren ein höheres Niveau.
Ich verwende für mein Zweirad den recht einfachen Fahrrad-Computer BC 1200 von Sigma. Er zeigt mir die Uhrzeit an, die aktuelle Geschwindigkeit, den Tageskilometerstand, die Fahrzeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit, die höchste erreichte Geschwindigkeit und die Gesamtkilometerzahl. Dazu hat er noch einen Teilstreckenzähler und eine Stoppuhr, was ich aber beides nicht benutze. Damit lässt sich schon einiges rechnen… Er ist zuverlässig, wasserdicht und lässt sich sehr leicht aufstecken. Größter Nachteil ist, dass er an Ampeln oder bei Pausen immer ein paar Sekunden braucht, um die Geschwindigkeit auf 0 zu setzen. Mal braucht er dafür mehr Zeit, mal weniger. Folge: die Uhr läuft noch ein wenig weiter, obwohl man schon steht. Will man also eine Strecke innerhalb einer bestimmten Zeit fahren, beeinträchtigt das die Genauigkeit der Messung doch sehr.
Skalierbarkeit ist also wichtig. Daher sollte man z.B. auch bei einer geplanten Gewichtsreduktion oft den Gang zur Waage antreten, meiner Meinung nach täglich zu einer bestimmten Uhrzeit, am besten morgens auf nüchternem Magen. Das kann z.B. dazu führen, dass man am jeweiligen Vorabend auf zu üppiges Essen verzichtet, um am nächsten Morgen ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das erhöht die Chance auf einen Erfolg ungemein, da spätes Essen eher ansetzt. Ich spreche aus Erfahrung, da ich das im Rahmen eines mehrmonatigen Trainingsprogamm mit der Wii und dem Programm Wii Fit inkl. Balance Board auch so gemacht habe. Dabei habe ich über 13 kg in ca. 3 Monaten verloren, allerdings auch durch eine radikale Ernährungsumstellung.
Natürlich gibt es auch psychologische Tricks, die man anwenden kann, z.B. wenn es einen hohen Berg hochgeht. Wenn man sich vor seinem inneren Auge vorstellt, man sei Sylvester Stallone in Rocky IV, wie er gerade einen schneebedeckten Berg im eisig kalten Sibirien mit Erfolg erklettert, motiviert das mehr als die Vorstellung, man sei Lieschen Müller, der nach fünf erklommenen Treppenstufen die Puste ausgeht…
Schließlich ist eine positive Denkweise und ein bisschen Vertrauen in sich selbst auch noch sehr wichtig,
um sich aufzuraffen, etwas zu tun. (Berechtigte) Ängste sollte man nicht ignorieren, aber man darf sich von seinen Ängsten auch keinesfalls das Leben bestimmen oder gar kaputtmachen lassen.