Archiv für die "Reiseberichte"-Kategorie
Tour in den Harz 2011
- Entfernung: ca. 147 km
- Streckenverlauf grob: Oerlinghausen – Detmold – Horn-Bad Meinberg – Steinheim – Marienmünster – Höxter – Holzminden – Deensen – Heinade – Dassel – Einbeck – Northeim – Katlenburg-Lindau – Osterode am Harz
- Streckenverlauf präzise: Oerlinghausen – Oerlinghausen-Helpup – Detmold-Pivitsheide V. L. – Detmold-Pivitsheide V. H. – Detmold-Heidenoldendorf – Detmold-Süd – Detmold-Spork-Eichholz – Detmold-Remighausen – Detmold-Schönemark – Horn-Bad Meinberg-Wilberg – Horn-Bad Meinberg-Bad Meinberg – Horn-Bad Meinberg-Vahlhausen – Horn-Bad Meinberg-Billerbeck – Steinheim – Marienmünster – Marienmünster-Vörden – Marienmünster-Hohehaus – Höxter-Fürstenau – Höxter-Bödexen – Höxter-Albaxen – Holzminden – Deensen-Schießhaus – Heinade-Hellental – Heinade-Merxhausen – Dassel-Mackensen – Dassel – Dassel-Eilensen – Dassel-Markoldendorf – Einbeck – Einbeck-Salzderhelden – Einbeck-Vogelbeck – Northeim-Hohnstedt – Northeim-Edesheim – Northeim-Wiebrechtshausen – Northeim-Langenholtensen – Northeim – Northeim-Hammenstedt – Katlenburg-Lindau – Osterode am Harz-Dorste – Osterode am Harz
- Datum: 19.06.2011
- Zeitraum: ca. 06:00 – 16:00 Uhr
- Wetter: meist stark bewölkt mit anfänglich leichtem bis später starkem Regen
- Temperatur: kühl
- reine Fahrzeit: ca. 08:30 h
- Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 17,50 km/h
- Trittfrequenz: ca. 60 UPM
Um 6:00 Uhr in der Früh ging es auf dem Liegetrike los, den miserablen Wetteraussichten zum Trotz. Ausgestattet war ich mit fünf Protein-Riegeln verschiedener Sorten und Hersteller, einem Liter Cherry Coke und anderthalb Litern Apfelschorle. Gegen das schlechte Wetter hatte ich eine Regenjacke, eine Regenhose und für ganz schlimme Schauer auch einen Regenschirm dabei. Für den Fall einer Panne hatte ich diverse Imbusschlüssel, einen Ersatzschlauch sowie Flickzeug und Handluftpumpe dabei.
Der erste Regen fiel schon in Detmold und zwang mich, die Regenhose anzuziehen, die ich nur noch einmal zwischen Detmold und Bad Meinberg auszog und danach für den Rest der Strecke anbehielt. Es ging weiter durch Bad Meinberg und erst als ich aus Steinheim, wo ich lange ziellos herumgeirrt war, rausfuhr, hörte der Regen auf und das Wetter wurde freundlicher. Bei der Abtei Marienmünster aß ich einen ersten Protein-Riegel. Zuvor hatte ich immer wieder mal einen Schluck von der Cola getrunken, die als erstes leer war.
Als ich aus Marienmünster-Vörden herausfuhr, kam zum ersten Mal die Sonne raus und der in jeder Hinsicht schönste Abschnitt der Fahrt begann. Die Abfahrten durch Fürstenau und besonders durch Bödexen sind allererste Sahne! Auch der fantastische Radweg rechts neben der L823 zwischen Bödexen und Albaxen ist es wert, befahren zu werden! Der Radweg ist dort in viel besserem Zustand als die Straße! In Albaxen fuhr ich an der Trutzburg Tonenburg vorbei auf den Weserradweg, den ich bis zur ersten Brücke in Holzminden befuhr.
Hinauf ins Gebirge
Nach ein paar kleineren Pausen in Holzminden (in der zweiten Pause hatte ich mir eine Käsestange gekauft, die ich zu zwei Dritteln aufaß) ging es weiter durch den Solling. Das war der mit Abstand schlimmste Abschnitt der Fahrt. Im Irrglauben, es handele sich bei der Alten Einbecker Straße tatsächlich um eine Straße, fuhr ich guten Mutes los. Am Rande des Sollings angekommen, musste ich aber feststellen, dass es nicht mehr als eine Schotterpiste mit zahllosen spitzen Steinen war, über die ich mit meinen Durano-Rennreifen rüber musste! Während der rund 10 km langen Strecke ging es fast immer nur bergauf, mir kam bis Heinade-Hellental kein einziger Mensch entgegen und in der zweiten Hälfte gab es einen kurzen Regenschauer. Nie wieder!
Der Weg hinunter nach Heinade-Hellental war so dermaßen steil, dass an eine rasante Abfahrt nicht zu denken war. Immerhin ging es jetzt aber wieder auf einer ganz normalen Straße weiter. Bis Einbeck-Salzderhelden verlief die Fahrt unspektakulär bei trockenem Wetter. Im Zentrum von Einbeck machte ich eine kurze Pause, wo ich meinen zweiten und letzten Protein-Riegel aß. In Einbeck-Salzderhelden befuhr ich dann wieder einen umkomfortablen, grasbewachsenen Dammweg seitlich des Hochwasserrückhaltebeckens. Erst in Einbeck-Vogelbeck, durch das ich unnötigerweise fuhr, ging es auf Straßen weiter.
Zwischen Northeim-Hohnstedt und Northeim-Edesheim setzte starker Regen ein, der mich für den Rest der Fahrt begleiten sollte. Genervt vom Wetter und erschöpft von der schon recht langen Fahrt, hatte ich keine Lust mehr, ständig auf die Karte und auf meine ViaMichelin-Ausdrucke zu gucken, um das nächste Dörflein zu finden, dass der ViaMichelin-Routenplaner vorgeschlagen hatte. Fortan fuhr ich nur noch stur in Richtung Northeim und von da in Richtung Osterode am Harz. Die Knie begannen mir ab Northeim spürbar weh zu tun.
Begegnung mit der Familie
Zwischen Northeim und Northeim-Hammenstedt überholte mich meine Frau mit den zwei Kindern, die gegen 11:30 Uhr gestartet waren. Heilfroh und überglücklich fielen wir uns in die Arme. Im trockenen Auto konnte ich mich etwas aufwärmen, habe viel getrunken und einige Schnittchen gegessen. Nach einer knappen halben Stunde hieß es dann erst mal wieder Abschied nehmen. Die Strecke zwischen Osterode am Harz-Dorste und Osterode am Harz ist mir negativ in Erinnerung geblieben. Wenn man auf einer kurvigen, nassen Straße bei starken Regen unterwegs ist und man im Rückspiegel die Autos mit Tempo 100 angeschossen kommen sieht, betet man zu Gott, dass deren Fahrer einen auch sehen!
Endlich in Osterode am Harz angekommen, suchte ich Schutz auf einem Parkplatz unter einer Brücke, studierte mein Kartenmaterial und trank noch etwas. Als ich das Ortausgangsschild von Osterode am Harz schon fast sah, wurde ich auf eine Radweg-Beschilderung nach Herzberg am Harz, was mein nächstes Ziel war, aufmerksam. Auf eine Alternative zur gefährlichen, kurvenreichen Straße hoffend, schaute ich mir den Weg an, wurde aber enttäuscht. Es war ein vom Regen total aufgeweichter Waldweg in schlechtem Zustand.
Ein Platten kurz vor dem Ziel
Beim Versuch, den Weg rückwärts und ohne abzusteigen wieder hochzukommen, habe ich mir einen platten Reifen am Hinterrad eingehandelt. Damit war die Tour vorbei. Ich hätte bei strömendem Regen das Schutzblech abbauen, den Mantel abziehen, das Loch finden, es flicken, den Mantel wieder draufziehen, das Schutzblech wieder anbauen und den Schlauch aufpumpen müssen. Da zog ich es vor, meine Frau, die zwischenzeitlich schon in Bad Lauterberg angekommen war und das Auto entladen hatte, anzurufen und um Hilfe zu bitten. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der mein Körper gefährlich auskühlte, kam sie an. Ich faltete das Rad und packte es in den Kofferraum. Die letzten 25 km erlebte ich dann als Beifahrer im warmen Auto…
Trotz dieser Mammut-Tour taten mir die Knie nur etwa 20 Stunden lang weh. Muskel- oder Rückenschmerzen stellten sich gar nicht ein, zum Glück auch keine Erkältung. Hier zeigt sich wirklich der enorme Vorteil der entspannten Sitzposition gegenüber dem normalen Zweirad! Am Abend des nächsten Tages konnte ich bereits wieder komplett schmerzfrei wandern gehen.
Fazit:
Eine schöne, herausfordernde Tour, die aber mit 147 km (ca. 172 km bis Bad Lauterberg) etwas zu lang war (120 km hätten auch gereicht) und die bei besserem Wetter und besserem Kartenmaterial noch mehr Spaß gemacht hätte. Durch den Solling würde ich nicht noch einmal fahren, zumindest nicht mit Rennreifen.
Lippe-Tour 2011
Als Vorbereitung und Generalprobe für meine geplante Harz-Tour von Oerlinghausen nach Bad Lauterberg,
bin ich heute mit dem Liegetrike quer durch unser schönes Lipperland gefahren:
- Entfernung: ca. 93 km
- Streckenverlauf grob: Oerlinghausen – Schloß Holte-Stukenbrock – Augustdorf – Detmold – Horn-Bad Meinberg – Blomberg – Lemgo – Bad Salzuflen – Lage – Oerlinghausen
- Streckenverlauf präzise: Oerlinghausen – Oerlinghausen-Südstadt – Stukenbrock – Augustdorf – Detmold-Pivitsheide V. L. – Detmold-Pivitsheide V. H. – Detmold-Heidenoldendorf – Detmold-Süd – Detmold-Spork-Eichholz – Detmold-Remighausen – Detmold-Schönemark – Bad Meinberg-Schmedissen – Bad Meinberg-Wilberg – Bad Meinberg – Bad Meinberg-Wehren – Blomberg-Reelkirchen – Blomberg-Herrentrup – Blomberg-Siebenhöfen – Blomberg – Blomberg-Istrup – Blomberg-Großenmarpe – Blomberg-Donop – Lemgo-Voßheide – Lemgo-Brake – Lemgo – Lemgo-Lieme – Bad Salzuflen-Grastrup-Hölsen – Bad Salzuflen-Holzhausen – Lage-Pottenhausen – Oerlinghausen-Helpup – Oerlinghausen
- Datum: 14.06.2011
- Zeitraum: 15:45 – 21:15 Uhr
- Wetter: von sonnig bis stark bewölkt mit einzelnen Regentropfen
- Temperatur: um die 20 Grad
Highlights:
- Pappel-Pollen unweit des Wehrener Friedhofs und der B1. Das sah tatsächlich aus wie dichtes Schneetreiben und ich musste hinterher meine Brille putzen…
- der linksseitige Fahrradweg direkt neben der B1 zwischen Bad Meinberg-Wehren und
Blomberg-Reelkirchen – sehr breit, manchmal sehr kurvig, hervorragende Fahrbahndecke und immer leicht bergab, eine Rennstrecke par excellence! - die Voßheider Straße in Lemgo-Voßheide in Richtung Lemgo: zwar in einem Wohngebiet gelegen, geht es auf einer sehr guten Fahrbahndecke immer schön bergab!
Vor Bad Meinberg wurde ich erst von einem tauben Zweiradfahrer auf das Liegetrike angesprochen,
in Bad Meinberg dann von einem Jungen, einem älteren Ehepaar und einer Oma mit ihrem vielleicht elfjährigen Enkel. Der lief mir hinterher und fragte ganz brav, ob er mal fahren dürfe. Nach anfänglichen Zweifeln ob seiner geringen Größe habe ich den Knirps ein wenig fahren lassen und konnte so in Ruhe mein Eis essen. In Blomberg hat mich dann während einer Pause noch ein weiteres älteres Ehepaar angesprochen. Verschlossen und menschenscheu sollte man als Liegetrike-Fahrer wirklich nicht sein…
Ein Sitzkissen für das Liegetrike
Am vergangenen Freitag war es endlich wieder so weit: Nach achtwöchiger Zwangspause durch den Schnee, den Armbruch meiner Frau und meiner Grippe mit anschließender Nasennebenhöhlenentzündung konnte ich endlich wieder eine rund 10 Kilometer lange Liegetrike-Tour machen.
Diesmal ging es hinunter ins malerische Schopketal, wo ich ein ganzes Stück direkt neben dem Menkebach entlangfuhr, ehe es weiter ging Richtung Haus Neuland in Sennestadt. Über den Senner Hellweg und die Holter Straße ging es schließlich zurück nach Oerlinghausen.
Obwohl zu Beginn skeptisch, war ich angenehm überrascht, wie gut ich mit dem Liegetrike auf dem recht guten und ebenen Waldweg vorankam. Bei angepasster Geschwindigkeit gab es zu keiner Zeit Probleme.
Ein Sitzkissen sorgt für zusätzlichen Komfort.
Aufgrund der kalten Jahreszeit und da ich wusste, dass es von ICLETTA eine Schaumeinlage für den Netzsitz gibt, wurde ich erfinderisch und habe statt der Einlage ein kleines 40×40-Kissen genommen. Ich habe es zwischen Netz und Gurte gestopft und finde es überaus bequem und praktisch. Bequem, weil man weicher sitzt, praktisch, weil es etwas aber nicht zu viel wärmt und weil es vor Zugluft, Spritzwasser und andere Verschmutzungen schützt. Selbstverständlich dürfte die Schaumeinlage bei Regenwetter besser geeignet sein, weil sie schneller trocknen wird. Für trockene, kühle Tage kann ich die Verwendung eines Kissens aber sehr empfehlen.
8. März 2011: Mittlerweile habe ich noch zwei weitere 40×40-Webpelzissen an der Rückenlehne angebracht. Wärmt hervorragend und sieht zudem auch noch sehr gut aus!
Durch den Teutoburger Wald in Oerlinghausen
Gestern machte ich mit einer befreundeten und überaus sportlichen Designerin eine Wanderung durch den Teutoburger Wald. Unser Ziel war der Segelflugplatz Oerlinghausen, auf dem jährlich die meisten Starts von Segelflugzeugen weltweit stattfinden.
Zunächst ging es den 333,4 m hohen Tönsberg hoch, dessen Kamm wir auf der Höhe des Ehrenmals erreichten. Vorbei am Löns-Denkmal und an der am östlichen Ende gelegenen Hünenkapelle stiegen wir den Tönsberg mit Blick auf den Nachbarberg Hunekenkammer in südlicher Richtung wieder hinab.
Nachdem wir uns in der Gaststätte des Segelflugplatzes ausgiebig gestärkt hatten, ging es direkt an der Sandgrube Hassler vorbei in Richtung Barkhauser Berg. Die Dämmerung setzte ein und es wurde zunehmend dunkler. Der Jupiter, der zur Zeit sehr gut am Abend- und Nachthimmel zu sehen ist, auch weil er duch seine Größe deutlich aus dem Sternenmeer herausragt, schien uns einsame Wanderer friedlich und gutmütig zu beobachten. Die Luft war immer noch angenehm frisch und warm.
Als wir damit begannen, den schmalen und weitgehend natürlichen Kammweg des Barkhauser Berges zu erreichen, war es bereits vollkommen dunkel. Mit verantwortlich für die Dunkelheit war das fehlende Mondlicht, da Neumond war. Das heißt, der Mond befand sich zusammen mit der Sonne unterhalb des Horizontes.
Im fahlen Lichtschein einer Taschenlampe begingen wir den gut 1 km langen Kammweg in westlicher Richtung.
Die gespenstischen Schatteneffekte und die latente Angst vor angriffslustigen Keilern oder streitbaren Bachen sorgten für eine dichte Atmosphäre. Zu unserer Rechten blickten wir zudem hinab auf die vielen kleinen Lichter der Häuser rings um den Welschenweg. Am westlichen Fuße des Barkhauser Berges angekommen, gingen wir vorbei am Freilichtmuseum Oerlinghausen, ehe es durch das Zentrum zurückging.
Nach vier Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt angekommen. Fazit: Oerlinghausen bietet Wanderfreunden sehr viel und auch diese Wanderung hat dies eindrucksvoll bestätigt. Jederzeit wieder!
Nienburg-Tour 2010
Wie schon im Jahr 2009 fuhr ich auch dieses Jahr wieder mit dem Rad nach Nienburg/Weser, im Folgenden nur Nienburg genannt. Diesmal fuhr ich mit dem Liegetrike hin und zwei Tage später auch wieder zurück. Außerdem bin ich ab Vlotho, bzw. auf dem Rückweg bis Vlotho hauptsächlich auf dem Weserradweg gefahren. Damit befuhr ich etwa ein Siebtel des um die 500 km langen Weserradwegs, der von Hann. Münden in Hessen bis nach Cuxhaven in Niedersachsen verläuft.
Auf der Hinfahrt hatte ich die ganze Zeit über bestes Wetter mit viel Sonnenschein. Da Oerlinghausen mit
214 m ü. NN deutlich höher liegt als Nienburg mit gerade mal 25 m ü. NN kam ich auch sehr gut voran, besonders nach dem Erreichen des Norddeutschen Tieflands hinter der Westfälischen Pforte.
Orientierungsschwierigkeiten hatte ich insbesondere zwischen Petershagen und Stolzenau, wo ich den Weserradweg des Öfteren verfehlte und gezwungenermaßen auf Feldwege oder Hauptstraßen ausweichen musste. So entging mir z.B. ein schöner und zugleich recht langer Radweg über eine alte Bahntrasse.
Dafür stand ich z.B. einmal im Nirgendwo zwischen Petershagen und Ovenstädt und blickte ratlos auf die Straße, die direkt am Weserufer endete und am anderen Ufer weiterlief…
Der Abschnitt Porta Westfalica – Minden fuhr sich am angenehmsten, da der Radweg dort hervorragend ausgebaut war (sehr breit, kaum Ausbrüche bzw. Schlaglöcher). Auch der Abschnitt zwischen Minden und Petershagen, wo man nur mit 1-2 Meter Abstand links an der Weser entlangfährt, ist sehr schön. An anderen, späteren Stellen sah man deutlich, dass der Weserradweg oft auch von landwirtschaftlichen Fahr-
zeugen genutzt wird. Dort verdient er oft nicht die Bezeichnung Radweg.
Während der gesamten Strecke wurde ich von keinem einzigen Zweiradfahrer überholt bzw. bin ich an allen Zweiradfahrern vorbeigefahren, sogar an zwei Mountainbikern, die ziemlich flott unterwegs waren. Ich führte auch immer wieder Gespräche mit interessierten Zweiradfahrern, die in die gleiche Richtung unterwegs waren, u.a. auch mit einer bereits leicht ergrauten Blondine aus Magdeburg, die an mehreren Tagen den ganzen Weserradweg befahren wollte und an dem Tag schon über 80 km geschafft hatte – Kompliment!
Kurz vor Nienburg hatte ich dann noch ein besonderes Erfolgserlebnis: Ich fuhr links der Straße auf dem Fahrradweg. Auf der Straße fuhr am rechten Rand ein stark beleibter Rentner auf seinem Moped. Ich musste zwar ziemlich trampeln, habe ihn aber letztlich souverän und breit grinsend überholt :-)
Statistisches zur Hinfahrt:
- Datum: 23.09.2010
- Zeitraum: ca. 9:15 – 15:45 Uhr
- zurückgelegte Strecke: 113,89 km
- Netto-Fahrzeit: 5:20:26 h
- Brutto-Fahrzeit: ca. 6:30 h
- 21,32 km/h im Durchschnitt
- maximale Geschwindigkeit: 47,58 km/h
- 61 UPM
Der erste Versuch der Rückfahrt scheiterte bereits in Estorf nach weniger als 10 km. Eine sehr große Scherbe in Form eines Haifischzahns bohrte sich in den Mantel meines rechten Vorderrads und schlitzte auch den Schlauch auf. Innerhalb von 2 Sekunden war der Reifen total platt und an eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Da ich mich auf den integrierten Pannenschutz verlassen hatte, war ich ohne Flickzeug und Luftpumpe unterwegs und musste mich von einem nahen Verwandten zurück nach Nienburg fahren lassen, wo ich die fehlenden Accessoires kaufte und das Rad wieder fahrtüchtig machte. Mittlerweile war aber soviel Zeit vergangen, dass ich mich entschloss, noch einen weiteren Tag in Nienburg zu bleiben, da ich ansonsten die letzten 20-30 km der Strecke im Dunkeln hätte zurücklegen müssen.
Einen Tag später ging es um 9:00 Uhr los. Es war merklich kühler und die Sonne kam nur selten zum Vorschein. Auch war der Boden von den teils starken Regenfällen des Vortages noch sehr nass.
Der Nachteil fehlender Vorderrad-Schutzbleche zeigte sich bereits auf einem ziemlich dreckigen Abschnitt zwischen Estorf und Landesbergen, wo sowohl Liegetrike als auch ich binnen kürzester Zeit durch hochgewirbelten Matsch eingesaut wurden.
Zweiradfahrer, die in die gleiche Richtung wollten, gab es fast gar keine mehr. Dafür kamen mir häufiger Gruppen mit einer gefühlten Stärke von bis zu 20 Fahrern entgegen, die teilweise erst sehr spät auswichen. Richtig gefährlich wurde es aber nie.
In Petershagen verlor ich zuerst unbemerkt eine Schraube, mit der das hintere Schutzblech am Hinterbau befestigt war. Ich hörte zwar ein klimperndes Geräusch, war aber durch ähnliche Geräusche, wo ich angehalten hatte und sich eben nichts gelöst hatte, etwas desensibilisiert. Fortan klapperte das nun lose Teil bei jeder noch so kleinen Erschütterung gegen den Hinterbau, der an der Stelle auch einen Teil seiner roten Lackierung eingebüßt hat. Ich ärgere mich heute noch, dass ich dieses Teil erst im späteren Verlauf ein stückweit nach außen gebogen habe. Zum Glück wird diese Stelle aber von einer Unterlegscheibe verdeckt.
Orientierungsprobleme hatte ich auf der Rückfahrt kaum noch, ich achtete aber auch sehr auf die Schilder des Weserradwegs und auf Fahrradschilder allgemein. Nur in Minden habe ich mich einmal verfahren, als ich statt der Weser zu folgen, am Mittellandkanal Richtung Lübbecke entlangfuhr.
Körperlich richtig hart wurde es nach 80 km. Die restliche Strecke von Vlotho über Bad Salzuflen nach Oerlinghausen kam einer Tort(o)ur gleich, da es auch immer häufiger bergauf ging und mir die Oberschenkel und die Kniescheiben immer mehr schmerzten. Nun, die Knieschmerzen waren zum Glück schnell wieder verschwunden, die Oberschenkel spüre ich aber auch heute noch deutlich. Fast 250 km in 3 Tagen bzw. fast 450 km in den letzten 8 Tagen waren aber auch schon recht viel…
Statistisches zur Rückfahrt:
- Datum: 25.09.2010
- Zeitraum: ca. 9:00 – 15:55 Uhr
- zurückgelegte Strecke: 116,60 km
- Netto-Fahrzeit: 6:15:21 h
- Brutto-Fahrzeit: ca. 6:55 h
- 18,63 km/h im Durchschnitt
- maximale Geschwindigkeit: 44,76 km/h
- 60 UPM
Fazit: Der Hinweg ist wegen der häufigeren Gefälle schöner. Wegen der teils sehr dreckigen bzw. bei Nässe matschigen Wege, speziell zwischen Minden und Nienburg, empfehle ich bei nasser Fahrbahn oder Regen dringend den Gebrauch von Schutzblechen für alle Räder. Insgesamt empfehlenswert. In diesem Jahr aber nicht noch einmal… Übrigens sah ich während der gesamten Strecke keinen einzigen Liegeradfahrer. Manchmal komme ich mir wirklich vor wie das Mammut Manfred in Ice Age…
85 Kilometer durch das nördliche Ostwestfalen
Im Rahmen der Wartung A, der ersten Wartung, die man nach ca. 250 gefahrenen Kilometern oder nach 2 Monaten durchführen lassen sollte, bin ich heute mit dem ICE Sprint von Oerlinghausen nach Bünde und zurück gefahren. Für meine Verhältnisse eine Mammut-Tour und außerdem die bislang längste, die ich bis dato mit einem Liegetrike gefahren bin, fahrradübergreifend auch die längste im Jahr 2010.
Hier eine Übersicht über die durchfahrenen Städte:
Oerlinghausen – Bielefeld – Herford – Bünde – Enger – Bielefeld – Leopoldshöhe - Lage – Oerlinghausen
Die gut 37 km von Oerlinghausen nach Bünde habe ich in ziemlich genau 2 Stunden geschafft. Insgesamt kam ich auf gut viereinhalb Stunden reine Fahrzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 19 km/h.
Die Wartung dauerte keine 60 Minuten und war mit 15 € sehr günstig. Alle Dinge, die mir aufgefallen waren, wurden korrigiert, z.B. ein Hinterradsturz oder der nicht ganz gerade Tretausleger. Außerdem wurde die Schaltung bezüglich Schaltgeräusche optimiert und die Reifen bekamen wieder den Maximaldruck. Ansonsten musste noch nicht viel gemacht werden, obwohl ich statt 250 km bestimmt schon um die 400 km gefahren bin.
Meine erste Tour mit dem ICE Sprint
Heute war es endlich soweit: Ich konnte mein Liegetrike ICE Sprint nach rund 5 Wochen von Fahrrad Marquardt aus der Zigarrenstadt Bünde abholen. Bei ausnahmsweise richtig gutem Wetter habe ich es riskiert, gleich damit die rund 40 km nach Oerlinghausen zurückzufahren.
Wo die Radwege gut waren, habe ich diese auch befahren, ansonsten habe ich die Straße genommen. Letzteres ging übrigens sehr gut! Keine hupenden, wütenden Autofahrer (selbst mitten durch Herford nicht), dafür strahlende und überraschte Gesichter wohin man schaute!
Der erste Downhill war auch klasse, ebenso das coole Sitzenbleiben an roten Ampeln.
Der nicht enden wollende Berg zwischen Bielefeld-Lämershagen und Oerlinghausen war auch ganz gut zu schaffen, obwohl mir ein wenig die Zehenspitzen einschliefen.
Meine Oberschenkel spüre ich zwar deutlicher als sonst, was mich aber nicht sehr stört.
Es hat übrigens eine Weile gedauert, bis ich die Klingel gefunden habe. So hatte ich auf einem schmalen Fahrradweg zwei Aufrechtradfahrer von hinten freundlich ansprechen müssen, ob sie mich kurz vorbeilassen könnten, was sie ebenso freundlich machten.
Den Wendekreis mit Mesh-Sitz fand ich relativ groß. Manchmal musste ich in engeren Kurven ein paar Mal vor und zurück rangieren. Vielleicht kann ich das noch besser einstellen. Auch wird das halbe Sichtfeld des Spiegels von meiner linken Schulter eingenommen.
Ansonsten hat es super Spaß gemacht, schade dass es gerade regnet.
Schutzbleche habe ich noch nicht, rüste ich aber sicher noch nach. An kalten Tagen kann man jetzt aber immerhin die Hände gut aufwärmen, wenn man sie mal bei voller Fahrt auf die Reifen legt…
Teneriffa 2009
Meine Frau, meine Tochter und ich haben im September 2009 zwei Wochen Urlaub auf meiner Lieblings- und Trauminsel Teneriffa gemacht.
Hauptsächlich wegen meiner ausgeprägten Neugierde und meines sportlichen Ehrgeizes habe ich mich anstelle eines Badeurlaubs für Aktivurlaub entschieden. Ich gehe in fremden Gegenden immer gern auf Entdeckungs-
reise und dafür ist Teneriffa auch wirklich wie gemacht: Es gibt im Norden das Anaga-Gebirge, im äußersten Nordosten das Teno-Gebirge mit dem malerischen Ort Masca und dessen berühmter Schlucht und im Zentrum die gewaltige Caldera Las Cañadas mit dem höchsten Berg Spaniens, dem 3718 m hohen Pico del Teide.
Hier eine kleine Touren-Übersicht in chronologischer Reihenfolge:
- Órganos-Höhenweg (alleine)
- Chinobre-Runde (zu dritt)
- Von Garachico nach San Juan del Reparo (alleine)
- Von La Caldera nach Aguamansa (zu dritt)
- Von der Teide-Seilbahn auf den Guajara (alleine)
- Roques de Garcia (zu dritt)
- Von Roques de Garcia auf den Pico Viejo (alleine, abgebrochen)
Ich werde nachfolgend nur persönliche Eindrücke und Erfahrungen wiedergeben. Beschreibungen zu allen Wanderungen sind auch im Rother Wanderführer Teneriffa. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen – 70 Touren enthalten. Nur die Touren 5 und 7 weichen teilweise etwas ab.
Órganos-Höhenweg: Ich begann diese Tour leider erst am Nachmittag. Leider, weil vormittags immer
mächtige Passatwolken von Westen her aufziehen, die sich nachmittags im Gebirge stauen. So bin ich zwar an zahlreichen Aussichtspunkten entlang gekommen, hatte aber in dieser unheimlichen und gespenstischen Nebelsuppe nie mehr als 100 m Sicht. Auch die berühmten Orgelpfeifen habe ich an diesem Tag nicht zu Gesicht bekommen… Schön war die Tour trotzdem. Eine Stelle hat mich im Vorfeld besonders gereizt:
Ein schmaler, windiger Weg mit einem Halteseil am Felsmassiv links und einem Abgrund rechts, wo es 100 m senkrecht in die Tiefe ging. Ich wäre, hätte es sich als zu gefährlich herausgestellt, umgekehrt, doch stand dort mittlerweile ein massiver Holzzaun, der ein fahrlässiges Hinunterstürzen doch sehr erschweren dürfte.
Etwas enttäuscht ob des entgangenen Nervenkitzels setzte ich die Tour fort. Da ich den letzten Bus erreichen musste, war ich gezwungen, einen straffen Zeitplan einzuhalten, was mir aber gut gelang. Jedenfalls hatte ich die von Rother prognostizierte Wanderdauer klar unterschritten und hatte am Ende sogar noch etwas Zeit.
Fazit: Anstrengend vor allem wegen der 500 Höhenmeter. Gefährlich, weil ich alleine unterwegs war und mir kaum jemand entgegenkam. Dennoch: Ein wunderschönes Erlebnis. Jederzeit wieder!
Chinobre-Runde: Zu dritt fuhren wir mit dem Bus ins neblig-feuchte Anaga-Gebirge. Auch hier galt es,
einen Zeitplan einzuhalten, um den letzten Bus in Chamorga noch zu bekommen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da es schwer abzuschätzen war, wie man mit einer Dreijährigen vorwärtskommen würde.
Wir gingen zuerst die Kammstraße in nordöstlicher Richtung entlang. Es fällt nicht leicht, einen passenden Namen für diesen Wald dort oben zu finden: Lorbeerwald, Nebelwald, Märchenwald, Urwald – es passt einfach alles… Den Weg hinein in diesen verwunschen wirkenden Wald fanden wir nicht. Später erfuhren wir, dass ein Unwetter den Weg zerstört hatte und er danach nicht wiederhergestellt worden war. Nach einigen Kilometern entdeckten wir aber einen zweiten Weg in den Wald und nur kurze Zeit später machten wir Rast auf dem mit 909 m zweithöchsten Berg des Gebirges: dem Chinobre. Danach ging es vorbei an einem deutlich aus dem Wald ragenden Felsen, dem Roque de Anambra (882 m), der vor langer Zeit von den Ureinwohnern Teneriffas, den Guanchen, als Heiligtum angesehen worden war. Weiter ging es zu einem wunderschönen Aussichtspunkt. Das letzte Stück dorthin war aber schon sehr steil. Noch schlimmer wurde es nach diesem Aussichtspunkt: Dort ging es über einen Hohlweg weiter steil bergab. Nun ist es im Anaga-Gebirge immer und überall sehr feucht und schlüpfrig, der Boden wie die Bäume. Meine Frau rutschte jedenfalls mehrere Male aus und landete unsanft auf ihrem Hinterteil. Dabei hat sie sich die Hose so eingesaut, dass sie diese vorsichtshalber auf links zog, um vom Busfahrer auch ja mitgenommen zu werden. Der Rest des Weges war unkompliziert und wir kamen erschöpft aber ohne größere Blessuren in dem kleinen Bergdorf Chamorga an, wo wir sogar noch Zeit für eine Stärkung hatten.
Fazit: Ein unglaubliches Naturerlebnis mit phantastischen Ausblicken! Jederzeit wieder!
Von Garachico nach San Juan del Reparo: An diesem Tag sind wir zu dritt mit dem Bus nach Garachico gefahren. Während meine Frau und meine Tochter sich in dem natürlichen Meerwasserfreibad erholten, bin ich auf einem einsamen, serpentinenartigen Weg in das 500 m höher gelegene San Juan del Reparo gewandert. Die Aussicht auf das immer kleiner werdende Garachico war zwar schön, insgesamt war der Weg aber extrem langweilig und, weil es immer nur bergauf bzw. auf dem Rückweg immer nur bergab ging, eine echte Belastungsprobe für die Gelenke. Darüber hinaus gab es in San Juan del Reparo wirklich gar nichts, was man sich hätte angucken können. Mir kam während der gesamten Wanderung auch kein Mensch entgegen…
Fazit: Die mit Abstand schwächste und unattraktivste Tour. Nie wieder!
Von La Caldera nach Aguamansa: Am Ende meiner Tour über den Órganos-Höhenweg hatte ich noch Zeit, mir den im Nebel gehüllten Picknickplatz La Caldera, der innerhalb eines flachen Vulkankegels liegt und auch einen schönen Spielplatz hat, zu erkunden. Den wollte ich meiner Tochter nicht vorenthalten und so sind wir zu dritt mit dem Bus dort hochgefahren. Insgesamt war es eine unspektakuläre Wanderung: Wir waren immerhin noch vor den Passatwolken dort und ich bekam endlich die Orgelpfeifen, die bei meiner ersten Wanderung noch im Nebel versteckt waren, zu sehen. Ansonsten war es verhältnismäßig kühl und auch etwas feucht an diesem Tag. Die wunderschönen Eindrücke oberhalb der Orgelpfeifen, die ich auf meiner ersten Wanderung dort sammeln konnte, hatten wir unterhalb der Orgelpfeifen leider nicht.
Fazit: Eine nette, kleine Tour, besonders mit kleinen Kindern. Meiner Tochter zuliebe vielleicht nochmal!
Von der Teide-Seilbahn auf den Guajara: Ursprünglich hatte ich an diesem Tag vor, mit der Seilbahn den Teide hochzufahren und dann zum Nachbarberg, dem Pico Viejo, zu wandern. Starke Winde, die dazu führten, dass die Seilbahn nicht fuhr, machten mir aber einen Strich durch die Rechnung… Ich beschloss, da es erst 11:30 Uhr war und der Bus zurück erst am späten Nachmittag zurückfuhr, stattdessen den Guajara, den mit 2715 m höchsten Caldera-Randberg zu erklimmen.
Zunächst war ich eine mehrere Kilometer lange Strecke mitten durch die Caldera gelaufen, ehe ich am Fuße des Guajara ankam. Ein schmaler, serpentinenartiger Weg führt die Passhöhe hoch. Als ich die Passhöhe erreicht hatte, bot sich mir von einer Sekunde auf die andere ein unvergesslicher und eigentlich unbeschreiblicher Anblick: Direkt vor meiner Nase waberte ein riesiges Wolkenmeer aus Passatwolken, das es an diesem Tag nicht über den Rand der gewaltigen Caldera geschafft hatte und nun dort feststeckte! Die restliche Strecke bis zum Gipfelplateau war verglichen damit relativ unspektakulär, auch weil es doch schneller geht als man glaubt. Plötzlich ist man eben oben. Die Aussicht in die Caldera und auf das mächtige Bergmassiv von Teide und Pico Viejo ist einfach phantastisch und mit Worten ebenfalls kaum zu beschreiben… Der Abstieg über die Vorderseite des Guajara, ich hatte lediglich Laufschuhe an, war an Spannung und Nervenkitzel kaum zu überbieten. Die Markierungen des Weges waren kaum erkennbar, auch weil die meisten Wanderer den Weg in umgekehrter Richtung gingen. Oft musste ich unter Zuhilfenahme meiner Hände von Block zu Block nach unten springen. Auf den teilweise extrem gerölligen Wegen rutschte man leicht aus und konnte dabei ebenso leicht einige hundert Meter senkrecht in die Tiefe stürzen. Zäune oder sonstige Sicherungen gab es dort nämlich nicht… An einer nach rechts abschüssigen Stelle, -einen knappen Meter weiter rechts ging es sogar senkrecht in die Tiefe-, musste ich freihändig auf rutschigem Boden einen etwa zwei Meter langen Schritt bzw. einen kleinen Sprung machen. Nach kurzer Überlegung, -ein Umkehren hätte keinen Sinn gehabt-, riskierte ich es. Danach entspannte sich der Weg zusehends und ich bin rechtzeitig und unversehrt an der Bushaltestelle angekommen.
Fazit: Extrem schöne wie teilweise extrem gefährliche Wanderung! Nichts für Kinder oder Leute mit schwachen Nerven! Wegen des Nervenkitzels meine schönste Teneriffa-Wanderung im Jahr 2009!
Roques de Garcia und Roques de Garcia nach Pico Viejo: Gegen Ende des Urlaubs wollte ich es noch einmal wissen und den Pico Viejo erklimmen. Geplant war, mit der Seilbahn den Teide hochzufahren und dann zum Pico Viejo hinüber zu wandern, um dann in Richtung Roques de Garcia wieder abzusteigen. Starke Winde, die dazu führten, dass die Seilbahn nicht fuhr, machten mir aber erneut einen Strich durch die Rechnung… Ich beschloss, meiner Frau und meiner Tochter, die mit dem Bus weitergefahren waren, zu den Roques de Garcia zu folgen, was ich, immer der Straße nach, relativ schnell schaffte. Nach einer kurzen Suche fand ich die beiden und beschloss kurz darauf, den Aufstieg auf den Pico Viejo von dort aus zu wagen. Meine Frau und meine Tochter gingen derweil weiter um die Roques de Garcia herum.
Im Grunde war es, ich musste ja auch wieder runter und rechtzeitig den letzten Bus kriegen, ein fast hoffnungsloses Unterfangen, bei dem alles hätte optimal klappen müssen. Gerade zu Beginn verlief ich mich mehrmals, da ein richtiger Weg auf der erkalteten Lava kaum zu erkennen war. Phasenweise bin ich von Brockenlavaklumpen zu Brockenlavaklumpen gesprungen, was auch leicht hätte schiefgehen können. An einer Stelle eines riesigen Lavafeldes bin ich hochgestiegen in der Hoffnung, von da oben einen Weg ausmachen zu können, die sich aber nicht erfüllte. Nachdem ich mehrfach zurückgehen musste, fand ich irgendwann eher zufällig doch den richtigen Weg! Ich ging also hoch. Während der gesamten Wanderung kam mir übrigens nie jemand entgegen, was nicht gerade beruhigend auf mich wirkte… Um es kurz zu machen: Ich kam irgendwann an eine Stelle, an der ich beim besten Willen keine Fortsetzung des Weges mehr erkennen konnte. Geradeaus ging es eine geröllige Lavazunge relativ steil nach oben, rechts (berghoch) war auch kein Weg erkennbar und links wäre es wieder hinunter gegangen. Bei allem Ehrgeiz wäre es höchst unvernünftig gewesen, da noch weiterzugehen, weshalb ich etwa auf halbem Wege zum Gipfel kehrtmachte. Bei dieser Tour habe ich mir auch das erste Mal empfindliche Verletzungen in Form aufgeschlagener Knie und Handballen, bedingt durch mehrmaliges Umknicken, zugezogen. Sicher steckte mir auch die Müdigkeit, verursacht durch die ganzen vorherigen Touren zu sehr in den Knochen. Wieder in Deutchland habe ich lange nach dieser Stelle bei Google Earth gesucht, an der ich kehrtmachte, sie aber nicht mit letzter Sicherheit wiedergefunden. Diese Lavafelder bzw. Lavazungen sehen auf Satellitenbilder ja sehr klein aus, steckt man da aber drin, ist eine Orientierung fast unmöglich…
Wieder bei den Roques de Garcia angekommen, begann ich ebenfalls damit, diese zu umrunden, was sich aber aufgrund meiner lädierten Knochen als äußerst schmerzhaft herausstellte. Gerade die 200 Höhenmeter nach oben, die es am Ende zu bewältigen gilt, haben mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit getrieben.
Im Nachhinein habe ich mich gefragt, wie meine Frau und besonders meine damals gerade einmal dreijähige Tochter dort hochgekommen sind… Zum Schluss fielen wir uns auf dem Parkplatz in die Arme und ein anstrengender aber wunderschöner Urlaub neigte sich allmählich seinem Ende entgegen…
Fazit: Die Roques de Garcia sind ein Muss für jeden Touristen, der miserable Weg hinauf zum Pico Viejo nicht!
Fahrradwoche 2010
Von Montag, dem 26. Juli bis Freitag, dem 30. Juli 2010 habe ich mir selbst eine Fahhradwoche auferlegt,
d.h., ich bin an allen fünf Werktagen mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Bereits zwei Wochen zuvor hatte ich an vier Tagen das Fahrrad für den Weg zur Arbeit benutzt, am Mittwoch aber zur Erholung pausiert.
Die gut 16 km lange Strecke ist auf dem Hinweg charakterisiert durch mehr oder weniger starke Gefälle. Besonders wenn man Oerlinghausen (214 m ü. NN) in nordöstlicher Richtung auf der Detmolder Straße verlässt, kann man locker Geschwindigkeiten um 50 km/h erreichen. Die erste kleinere Steigung begegnet einem in Wellentrup. Auf dem Hellweg ist das Fahren auf meist ebener Strecke dann wieder angenehmer.
An der großen Kreuzung L945 – L758 geht es noch ein Stück weiter geradeaus den Berg hoch, ehe man links in die Straße Am Eichenkrug einbiegt und sofort rechts in die Albert-Schweitzer-Straße. Ab der Stoddartstraße wird sie zum Birkendamm, den man dann bis Heidenoldendorf befahren kann. Der Birkendamm ist eine frühere Straßenbahntrasse, auf der bis 1954 noch die Detmolder Straßenbahn fuhr.
Heute ist er ein kombinierter Fahrrad- und Fußgängerweg durch eine landschaftlich reizvolle Landschaft.
In Heidenoldendorf angekommen fährt man schließlich auf ebener Strecke die L758 weiter bis ins Detmolder Zentrum. Detmold (134 m ü. NN) liegt durchschnittlich 80 m tiefer als Oerlinghausen.
Die ersten 3 Tage konnte ich einen Tagesdurchschnitt von 90 Minuten halten, was ich aber am 4. Tag aufgab, weil der Rückweg bergauf zu strapaziös war. Insgesamt habe ich für die rund 165 km knappe 8 Stunden benötigt, was gerade mal einem normalen Arbeitstag entspricht.
Fazit: Insgesamt war es anstrengend, aber auch sehr schön. Besonders wenn man dann abends unter der Dusche steht oder auf dem Balkon sitzt… Wenn man die knapp 8 Stunden Fahrzeit in Relation zu den 168 (!) Stunden einer Woche setzt, kommt es einem auch gleich nicht mehr so lang vor.