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Archiv für die "Lebensart"-Kategorie


Ein Wochenende im Herrenhaus Krevese

22 Mai

Die Tage vom 20. bis zum 22. Mai 2011 verbrachte ich geschäftlich auf dem Rittergut Krevese. Das knapp
300 Jahre alte Herrenhaus des Ritterguts ist im Jahre 1725 erbaut worden und befindet sich nun in Besitz eines befreundeten Designateliers. Es ist nach dem Ort benannt, wo es auch steht: Krevese, einem Stadtteil von Osterburg, einer kleinen, rund 11.000 Einwohner zählenden Stadt in der dünn besiedelten und daher sehr ruhigen Altmark in Sachsen-Anhalt. In unmittelbarer Entfernung findet man nur eine alte Klosterkirche und ein paar Bauernhöfe, ansonsten Natur, Natur und nochmal Natur.

Statt vom allgegenwärtigen Verkehrslärm, den man aus Großstädten zur Genüge kennt, wird man in Krevese von zwitschernden Vögeln, quakenden Fröschen und nicht zuletzt von krähenden Hähnen geweckt, die ihre Sache gut, aber manchmal etwas zu früh machen.

Einem alten Herrenhaus würdig sind große Teile der Einrichtung: So findet man Dutzende von besonderen und funktionierenden Einrichtungsgegenständen wie eine alte, mannshohe Standuhr, einen alten Ofen, ein kreisrundes Waschbecken mit Wasserrohr aus Kupfer, alte Teppiche, Kronleuchter, Truhen und vieles mehr…

Eine sehr breite Holztreppe, bei der ich spontan an Scarlett O’Hara aus Vom Winde verweht denken musste, führt in die obere Etage. Oben angekommen fällt der Blick schnell durch eines der hohen Fenster der Rückseite in den riesigen Park des Ritterguts, in dem wir oft wahrlich feudal gespeist haben.

Man fühlt sich wirklich und wahrhaftig in eine längst vergangene Zeit versetzt. Der Ort und das Herrenhaus wirkten nicht unbedingt unheimlich auf mich, aber schon verwunschen. Allerdings könnten sensiblere Gemüter schon ein Gefühl der Beklemmung und der Angst bekommen, wenn sie nachts durch das stockfinstere Haus nach unten zur Toilette müssen. Licht gibt es nur auf manchen Zimmern und der Holzfußboden knarrt bei fast jedem zweiten Schritt, besonders auf der Treppe. Wenn man sich aber darauf einlässt (und das sollte man), kann man dort eine einmalige Zeit verbringen, die sich garantiert nachhaltig in jedes Gedächtnis brennen dürfte.

Obwohl es Strom gab, habe ich, vielleicht abgesehen von der Nachttischlampe, nie ein Bedürfnis danach verspürt, irgendein elektrisches Gerät zu benutzen. Selbst der Fernseher in der Küche blieb die ganzen drei Tage aus. Genauso ging es mir mit Wasser. Ich habe das kalte Wasser vom Waschbecken der Toilette genommen und es war in Ordnung!

Fazit: Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Besuch; schon allein um zu sehen, wie weit die liebevolle Restaurierung dieses erhaltenswerten Hauses dann vorangeschritten ist…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Lebensart

 

Über Schneckengehäuse und Handys

30 Mrz

Ich habe neulich mal in altem Krempel von mir gekramt, der immer noch im ehemaligen Kohlenkeller meiner Eltern liegt. Dabei habe ich das Gehäuse einer Cypraea, eine Gattung aus der Familie der Kaurischnecken, wiederentdeckt,
das ich mir während einer Schulreise auf Spiekeroog gekauft hatte.
Ich war damals in der 7. Klasse. Es handelt sich wohl um das Gehäuse der sehr bekannten Cypraea nigris.

Aufgrund des starken Glanzes und der Sprenkelung war ich nie ganz sicher, ob ich nicht ein von Menschenhand geschaffenes Porzellan-Imitat in den Händen hielt. Tatsächlich aber zeigt sich Mutter Natur ganz alleine für dieses Kleinod verantwortlich. Dieses Gehäuse lag nun über 20 Jahre lang in diesem kalten, feuchten Keller und ist dennoch so schön wie am ersten Tag…

Der Mensch mag vieles künstlich erschaffen können, aber an das, was die Natur zu erschaffen imstande ist, wird der Mensch wohl nie herankommen. Nehmen wir als Beispiel ein Handy: Ich besitze selbst eins
(B2100 von Samsung), halte ich mir aber dennoch lieber das kühle, glatte und rauschende Gehäuse einer Cypraea nigris ans Ohr als so ein strahlendes, unförmiges Ding…

Seien wir mal ehrlich: Angehörige meiner Generation sind noch ohne Handy aufgewachsen. Hat uns irgendetwas gefehlt? – nein. Wollten oder mussten wir telefonieren, haben wir eine Telefonzelle gesucht oder mehrmals an der Drehscheibe des eigenen Telefons gedreht bis die Leitung stand. Irgendwann gab es Tastentelefone. Dadurch sparte man etwas Zeit. Fehlt uns heute irgendetwas? – ja: Ruhe und Erholung.

  • auf der Straße, im Bus oder der Straßenbahn beinahe rund um die Uhr Geklingel…
  • ständige Erreichbarkeit, auch beim (ehemals erholsamen) Waldspaziergang…
  • Gruppenzwang, weil jeder im Freundeskreis ein Handy hat, man also zum Simsen etc. gezwungen wird…

Natürlich verursacht so ein Handy nicht nur (teilweise sehr hohe) initiale Kosten. Man muss auch einen Vertrag abschließen oder das Handy zumindest von Mal zu Mal mit einem Guthaben aufladen. Da die Technik voranschreitet und Akkus irgendwann kaputtgehen (sollen), gibt es darüber hinaus noch erhebliche Folgekosten. Es ist mit den Handys wohl so wie mit den Zigaretten und dem Alkohol. Die Menschen bezahlen einen Haufen Geld dafür. Die meisten fragen sich aber leider nicht, wofür sie ihr Geld eigentlich ausgeben…

Ich habe in der Sauna noch nie jemanden mit dem Handy telefonieren sehen oder hören. Gott sei Dank!

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Gesellschaftskritik, Lebensart, Philosophie

 

Eine Frage der Vernunft

16 Aug

Viele Menschen tun etwas für ihre Gesundheit und erholen sich z.B. in der Sauna vom Alltagsstress.
Nehmen wir mal an, die Tageskarte kostet 16,50 €. Der eine oder andere wird jetzt vielleicht denken,
dass das ganz schön viel Geld ist. Was bekäme man denn noch für 16,50 €?

  • 3 Schachteln Zigaretten
  • 3 Flaschen Schnaps
  • 3 Disco-Besuche
  • 9 Tüten Chips
  • 9 Packungen Schokolade
  • 12 Liter Superbenzin

Die Liste ist natürlich nicht ganz fair. Es gibt auch durchaus gesündere Dinge für dieses Geld. Aber diejenigen, die regelmäßig Geld für die oben genannten Dinge ausgeben und dadurch teilweise ihre Gesundheit aufs Spiel setzen oder gleich ganz ruinieren, können und sollen sich gerne angesprochen fühlen.

Nehmen wir mal zwei Menschen gleichen Alters, gleicher Kondition, gleicher Gesundheit etc. Einer beginnt, regelmäßig Fahrrad zu fahren und in die Sauna zu gehen, der andere beginnt regelmäßig Kette zu rauchen und in die Kneipe zu gehen. Nach einem Jahr wollen sie gegeneinander antreten und verabreden sich.

Was meinen Sie, wer da die Nase vorn haben wird?

Wahrscheinlich niemand, weil sie sich gar nicht treffen werden. Der eine wird nicht nur gesundheitlich sondern auch sozial so abgerutscht sein, dass er allein aus Scham nicht kommen wird. Der andere kommt vielleicht, will sich aber eigentlich gar nicht auf so eine Stufe stellen.

Den Alkohol- und Zigarettenherstellern ist das egal. Die freuen sich, dass wieder ein Idiot mehr sein Geld für ihr Teufelszeug ausgibt bzw. seinen Lebensabend, seine Gesundheit und seine Karrierechancen dafür opfert.
Dass Alkohol- bzw. Zigarettenkonsum abhängig bzw. süchtig macht, wird übrigens billigend in Kauf genommen und ist ein gern gesehener Nebeneffekt. Dass der Konsum auch das Leben drastisch verkürzen kann, wird dagegen nicht gern gesehen. Tote können schließlich nichts mehr kaufen…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Lebensart

 

Gesunde Entspannung in der Sauna

16 Aug

Vor einigen Jahren habe ich mit meiner Familie Urlaub am Weissenhäuser Strand an der Ostsee gemacht.
Im Preis inklusive war die tägliche, unbegrenzte Benutzung des subtropischen Badeparadieses inklusive Sauna. Seitdem gehe ich regelmäßig in die Sauna des H2O in Herford.

Mein klarer Favorit ist die 80° C heiße Lölysauna mit leiser Entspannungsmusik und frischem Zitronenduft.
Ein weiteres MUSS ist die Terra-Sauna (70° C – 100° C), in der man nicht nur schwitzt, sondern auch etwas für Auge und Ohr bekommt: So gibt es z.B. zum jeweiligen Thema passende Licht- und Geräuscheffekte und manchmal kriegt man auch einen angenehm temperierten Wasserstrahl ins Genick. Themen sind Vulkanausbruch u.a. mit Gewitter, Wüste u.a. mit Nomaden-Gebrabbel, Regenwald u.a. mit Affengeschrei und Ozean u.a. mit Walgesang. Fast immer gehe ich auch in die Suola-Sauna (65° C), einer Salzsauna mit Gradierwerk und in das Sanarium (60° C) mit Orangenduft und wechselnden Lichtfarben. Kürzere Besuche in den beiden Dampfbädern (45° C) gehören für mich auch dazu.

Erst spät habe ich die ergonomischen Wärmeliegen (39°C) in einem Ruheraum im Saunapark entdeckt, aus denen man, liegt man erst einmal drin, nur sehr schwer wieder herauskommt. Auch die Whirlpools, von denen einer im Hauptgebäude und einer draußen im Park steht, laden zur Entspannung ein. Oft bade ich auch in dem angenehm warmen Außenbecken.

Auch die Verköstigung ist hervorragend. Eine große Portion Pommes Mayo (ungesund, ich weiß) und einen großen Molke Drink mit Milch (viele Geschmacksrichtungen) bekommt man zusammen für unter 5 €!

Bezahlt wird übrigens bargeldlos mit einem Chip im Armband, was sehr bequem und unkompliziert ist.

Der Eintrittspreis von derzeit 16,50 € gilt für den ganzen Tag und ist daher völlig in Ordnung, auch wenn ich persönlich meist nie länger als vier Stunden drin bleibe. Das Erlebnisbad ist im Preis mit drin. Beim Kauf einer Zehnerkarte reduziert sich der Preis für einen Saunabesuch auf 15,10 €.

Für mich als zweifachen Familienvater ist diese Sauna ein modernes Paradies, wo ich herrlich entspannen und dem Alltag mal für ein paar Stunden entfliehen kann.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Lebensart