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Archiv für Mai 2011


Über Kornblumen und Klatschmohn

31 Mai

Ich kann mich noch an die schönen Spaziergänge mit meinen Eltern durch das sommerliche Altenhagen der späten Siebziger und frühen Achtziger Jahre erinnern. Damals gab es in Altenhagen noch sehr viel mehr Felder mit Hafer, Weizen, Roggen und Gerste als in der heutigen Zeit.

Immer wieder kamen wir auch an Stellen vorbei, an denen wir am Feldrand oder auch einige Meter im Feld Kornblumen und Klatschmohn entdeckten. Die wunderschönen Blüten dieser Pflanzen, stachen in ihrer blauen bzw. roten Farbe unübersehbar aus dem goldgelben Getreidemeer heraus.

Als Kind habe ich manche dieser Blumen einfach gepflückt, um mich auch zuhause an ihnen erfreuen zu können. Dass sie selbst in einer mit Wasser gefüllten Vase viel schneller verblühen als draußen in der Natur, wo sie hingehören, war mir damals nicht wirklich klar.

Mittlerweile bin ich der Ansicht, man sollte diese Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung belassen statt sie aus überwiegend egoistischen Gründen zu pflücken. Ich will diesen wunderschönen visuellen Eindruck auch den mir auf einem Spaziergang nachfolgenden Kindern nicht vorenthalten.

Heute labe ich mich einfach an ihren wunderschönen Farben, vor allem aber an dem Gesamteindruck dieser Komposition vereinzelter Pflanzen vor einem von der Abendsonne golden eingefärbten Meer aus Getreide. Das Zirpen der Grillen dabei immer im Ohr. Kann es denn etwas Schöneres geben?

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Pflanzenwelt, Philosophie

 

Rückfahrt mal ganz anders

27 Mai

Wenn man sich die Gegend zwischen Detmold-Pivitsheide und Lage-Müssen einmal aus der Vogelperspektive anguckt, entdeckt man dort sechs kleine Seen bzw. Teiche, dazu ebenso viele Kiesgruben und einige Bäche. Wenn man auf den Hauptstraßen unterwegs ist, welche dieses Gebiet umschließen, sieht man außer Feldern, Wäldern und vereinzelte Häusern nichts davon.

Neugierig geworden bin ich dort gestern einmal durchgefahren. Der Boden war zwar kein Parkett, aber bei angepasster, also langsamer Fahrt ging es auch problemlos über eine schiefe, schmale Steinbrücke ohne Geländer, über komplett mit Federn bedeckte Wege, über grenzwärtig schmale Wege und über staubige Schotterpisten. Zwei Schranken konnte ich problemlos unterfahren, nachdem ich die Flagge entfernt hatte.

Erfrischende Begegnung der angelikanischen Art

Als ich wieder auf dem Radweg der Hörster Straße Richtung Hörste unterwegs war, kam ich an einer roten Ampel mit einer Dame ins Gespräch, die hinter mir geradelt war. Da sie großes Interesse für das Liegetrike zeigte, ließ ich sie kurzerhand einen halben Kilometer damit fahren und eierte mit ihrem Damenrad hinterher.

Trotz heftigen Gegenwinds und obwohl sie für das Liegetrike viel zu klein und ich für das Damenrad viel zu groß war, hatten wir doch viel Spaß auf diesem kurzen Stück! Für mich, der ich ja fast immer selbst mit dem Liegetrike fahre, war es sehr schön, einmal so eine entzückende, sportliche Dame damit fahren zu sehen!

Einen bitteren Beigeschmack hatte diese Rückfahrt dann aber doch: Drei Tage später musste ich feststellen, dass das rechte Vorderrad platt war. Das Loch, höchstwahrscheinlich entstanden durch einen kleinen Glassplitter, den meine Frau im Mantel entdeckte, war so klein, dass ich den Druckverlust auf dem weiteren Weg nicht bemerkt hatte. Es war der dritte Platten auf den ersten 3.000 Kilometern und immer vorne rechts! Gut, dass demnächst innerhalb der nächsten Inspektion ein Reifenwechsel ansteht…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes

 

2. AOK Firmenlauf in Lippe

24 Mai

Am Freitag, den 13. Mai 2011 fand der 2. AOK Firmenlauf in Lippe statt. Hatte ich beim 1. Lauf vor einem Jahr noch als Läufer mit überschaubarem Erfolg teilgenommen, versuchte ich mein Glück dieses Mal als Walker.

Persönliches Ergebnis 2010 als Läufer:

  • Männer und Frauen gemischt: Platz 515 von 871
  • nur Männer: Platz 410 von 577
  • Laufzeit: 32:44 min
  • Streckenlänge: ca. 5,5 km

Ich hatte das Walken vorher nie aktiv trainiert, war aber in körperlich guter Verfassung, da ich bis dato 1353 km Fahrleistung auf dem Liegetrike im Jahr 2011 vorzuweisen hatte. Letztendlich ist es ein hervorragender 2. Platz geworden, an den ich vorher höchstens in meinen kühnsten Träumen gedacht hatte.

Persönliches Ergebnis 2011 als Walker:

  • Männer und Frauen gemischt: Platz 2 von 610
  • nur Männer: Platz 2 von 134
  • Walkzeit: 38:09 min
  • Streckenlänge: ca. 5,5 km

Leider wurde ich bei der Zeitmessung sowohl als Läufer als auch als Walker erfasst, wobei ich aber nur den Läufern zugeordnet wurde. So fand die Siegerehrung gänzlich ohne mich statt.

Am 17. Mai wurden die Ergebnislisten schließlich korrigiert, was auch dazu führte, dass unser Walking-Team mit der nun korrekten Zahl von 4 Teilnehmern überhaupt und auf dem 12. von 120 Plätzen gelistet wurde.
Einen Tag später habe ich meinen Preis, einen auf alt gemachten grünen Hoody von Brooks in limitierter Auflage, abgeholt. Lediglich die Medaille habe ich nie bekommen.

Da es wohl nicht oft, aber offenbar immer mal wieder vorkommen kann, dass eine Zuordnung nicht stimmt, empfehle ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, mit dem Drucken der Urkunde(n) ein paar Tage zu warten, um Druckertinte zu sparen.

Trotz dieses Beigeschmacks freue ich mich trotzdem, dass die Ergebnislisten korrigiert wurden und ich meine müden Knochen nicht umsonst geschunden habe. Die taten mir nämlich auch am vierten Tag nach dem Walking immer noch ziemlich weh.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Gesundheit, Walking

 

Ein Wochenende im Herrenhaus Krevese

22 Mai

Die Tage vom 20. bis zum 22. Mai 2011 verbrachte ich geschäftlich auf dem Rittergut Krevese. Das knapp
300 Jahre alte Herrenhaus des Ritterguts ist im Jahre 1725 erbaut worden und befindet sich nun in Besitz eines befreundeten Designateliers. Es ist nach dem Ort benannt, wo es auch steht: Krevese, einem Stadtteil von Osterburg, einer kleinen, rund 11.000 Einwohner zählenden Stadt in der dünn besiedelten und daher sehr ruhigen Altmark in Sachsen-Anhalt. In unmittelbarer Entfernung findet man nur eine alte Klosterkirche und ein paar Bauernhöfe, ansonsten Natur, Natur und nochmal Natur.

Statt vom allgegenwärtigen Verkehrslärm, den man aus Großstädten zur Genüge kennt, wird man in Krevese von zwitschernden Vögeln, quakenden Fröschen und nicht zuletzt von krähenden Hähnen geweckt, die ihre Sache gut, aber manchmal etwas zu früh machen.

Einem alten Herrenhaus würdig sind große Teile der Einrichtung: So findet man Dutzende von besonderen und funktionierenden Einrichtungsgegenständen wie eine alte, mannshohe Standuhr, einen alten Ofen, ein kreisrundes Waschbecken mit Wasserrohr aus Kupfer, alte Teppiche, Kronleuchter, Truhen und vieles mehr…

Eine sehr breite Holztreppe, bei der ich spontan an Scarlett O’Hara aus Vom Winde verweht denken musste, führt in die obere Etage. Oben angekommen fällt der Blick schnell durch eines der hohen Fenster der Rückseite in den riesigen Park des Ritterguts, in dem wir oft wahrlich feudal gespeist haben.

Man fühlt sich wirklich und wahrhaftig in eine längst vergangene Zeit versetzt. Der Ort und das Herrenhaus wirkten nicht unbedingt unheimlich auf mich, aber schon verwunschen. Allerdings könnten sensiblere Gemüter schon ein Gefühl der Beklemmung und der Angst bekommen, wenn sie nachts durch das stockfinstere Haus nach unten zur Toilette müssen. Licht gibt es nur auf manchen Zimmern und der Holzfußboden knarrt bei fast jedem zweiten Schritt, besonders auf der Treppe. Wenn man sich aber darauf einlässt (und das sollte man), kann man dort eine einmalige Zeit verbringen, die sich garantiert nachhaltig in jedes Gedächtnis brennen dürfte.

Obwohl es Strom gab, habe ich, vielleicht abgesehen von der Nachttischlampe, nie ein Bedürfnis danach verspürt, irgendein elektrisches Gerät zu benutzen. Selbst der Fernseher in der Küche blieb die ganzen drei Tage aus. Genauso ging es mir mit Wasser. Ich habe das kalte Wasser vom Waschbecken der Toilette genommen und es war in Ordnung!

Fazit: Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Besuch; schon allein um zu sehen, wie weit die liebevolle Restaurierung dieses erhaltenswerten Hauses dann vorangeschritten ist…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Lebensart

 

Indoor-Sonnenblume

17 Mai

Im Frühling 2011 habe ich einen Versuch gestartet, bei dem ich eine Sonnenblume im Büro habe wachsen lassen. Entschieden habe ich mich für eine King Kong.

Die King Kong Sonnenblume wird durchschnittlich 4,5 Meter hoch und kann dabei riesige Korbblüten bilden. Fasziniert von dieser Größe hatte ich Anfang des Jahres eine Tüte mit Kernen dieser Sonnenblume erstanden.

Sie wurde, außer am Wochenende, täglich gegossen. Alle paar Wochen bekam sie ein paar neue Kügelchen Dünger. Ich hatte mich für COMPO Garten Langzeit-Dünger entschieden.

Sonnenblumen-Tagebuch:

31.03.2011

Die Sonnenblume hat mittlerweile 10 Blätter und eine Höhe von über 0,4 Metern. Der Stängel ist leider noch nicht so dick, als dass er die Sonnenblume in der Senkrechten halten könnte. Ich hoffe, er wird in der nächsten Zeit schneller dicker als die ganze Pflanze höher wird.

08.04.2011

Ich habe die Sonnenblume heute in einen mehr als doppelt so großen und recht hohen Topf umgetopft. Allerdings lässt sie nun die Blätter hängen. Hoffentlich berappelt sie sich nochmal. Sie hat neben dem neuen Topf auch frisches Wasser und frische Blumenerde sowie Dünger. Da kann man nur abwarten und hoffen.

11.04.2011

Nochmal gut gegangen: Die Sonnenblume hat sich berappelt und steht sogar von alleine! Danke an alle, die die Daumen gedrückt haben! ;-) Allerdings neigt sie dazu, ihre Blätter in der prallen Mittagssonne trotz üppigen Gießens hängenzulassen…

18.04.2011

Die Sonnenblume hat das Wochenende ohne Wasserzufuhr locker überstanden und überragt mit 0,6 Metern Höhe alle anderen Pflanzen im Büro deutlich! Das Zählen der Blätter spare ich mir ab sofort, da es immer schwerer fällt. Mittlerweile sind es 16 Stück. Erstaunlicherweise sieht man schon jetzt eine noch sehr kleine geschlossene Blüte am oberen Ende des Stängels!

21.04.2011

Ostern steht vor der Tür und bevor ich die mittlerweile 0,73 m hohe Sonnenblume heute Abend für vier Tage alleine lasse, werde ich sie noch einmal richtig gießen. Ich hoffe, sie kommt mit der maximal möglichen Wassermenge über die Tage und verdurstet mir nicht…

27.04.2011

Die Sonnenblume hat Ostern unbeschadet überstanden. Allerdings ist das unterste reguläre Blätterpaar eingegangen. Auch eines darüber ist welk geworden. Ich habe alle entfernt. Die Höhe liegt bei 0,80 m.

04.05.2011

Mit 0,90 m hat die Sonnenblume einen erneuten Sprung gemacht. Obwohl der Blütenkopf noch recht klein und geschlossen ist, dreht sie ihn schon in Richtung Fenster.

09.05.2011

Sie ist nun 0,96 m groß. Auch wenn es der Sonnenblume egal sein dürfte, wird sie die 1-m-Marke in dieser Woche wohl noch erreichen…

11.05.2011

Die Sonnenblume blüht! Damit dürfte sie zukünftig bei einem knappen Meter in der Höhe stagnieren. Schade, ich hatte gehofft, sie würde wenigstens so um die 2 Meter hoch werden…

Fazit:

Auch wenn die Sonnenblume keine Rekordhöhe erreicht hat, war es spannend zu beobachten, ob und wie sie in einem Raum, und damit unter ganz anderen Rahmenbedingungen, wuchs.

Für mich ist es auch immer wieder faszinierend zu sehen, was die Natur aus so einem unscheinbaren Kern und ein paar Zutaten in relativ kurzer Zeit machen kann! In diesem Fall reichten ja schon folgende Zutaten aus:

  • Sonnenblumenkern
  • Blumenerde
  • Wasser
  • Dünger
  • Sonnenlicht
 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Pflanzenwelt

 

Über unfreiwillige Komik

13 Mai

Die lustigsten Momente erlebt man meistens nicht durch irgendwelche Witze, sondern durch Situationen, Handlungen, Aussagen, Texte usw., die eigentlich gar nicht lustig sein sollen, aber oftmals unfreiwillig komisch rüberkommen. Ein gutes Beispiel ist mein Artikel über die Aufzucht einer Indoor-Sonnenblume.

Ich halte den Artikel für Leute, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, eine Sonnenblume in der Wohnung aufzuziehen, für durchaus hilfreich, zumal ich keinen vergleichbaren Artikel im Internet gefunden habe. Andere finden ihn vielleicht einfach nur albern…

Ob man jemanden mit so einem Artikel weiterhilft oder ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist eigentlich egal. Man hat in jedem Fall etwas Gutes getan. Wichtig ist, dass man auch mal über sich selbst lachen kann.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes