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Archiv für März 2011


Über Schneckengehäuse und Handys

30 Mrz

Ich habe neulich mal in altem Krempel von mir gekramt, der immer noch im ehemaligen Kohlenkeller meiner Eltern liegt. Dabei habe ich das Gehäuse einer Cypraea, eine Gattung aus der Familie der Kaurischnecken, wiederentdeckt,
das ich mir während einer Schulreise auf Spiekeroog gekauft hatte.
Ich war damals in der 7. Klasse. Es handelt sich wohl um das Gehäuse der sehr bekannten Cypraea nigris.

Aufgrund des starken Glanzes und der Sprenkelung war ich nie ganz sicher, ob ich nicht ein von Menschenhand geschaffenes Porzellan-Imitat in den Händen hielt. Tatsächlich aber zeigt sich Mutter Natur ganz alleine für dieses Kleinod verantwortlich. Dieses Gehäuse lag nun über 20 Jahre lang in diesem kalten, feuchten Keller und ist dennoch so schön wie am ersten Tag…

Der Mensch mag vieles künstlich erschaffen können, aber an das, was die Natur zu erschaffen imstande ist, wird der Mensch wohl nie herankommen. Nehmen wir als Beispiel ein Handy: Ich besitze selbst eins
(B2100 von Samsung), halte ich mir aber dennoch lieber das kühle, glatte und rauschende Gehäuse einer Cypraea nigris ans Ohr als so ein strahlendes, unförmiges Ding…

Seien wir mal ehrlich: Angehörige meiner Generation sind noch ohne Handy aufgewachsen. Hat uns irgendetwas gefehlt? – nein. Wollten oder mussten wir telefonieren, haben wir eine Telefonzelle gesucht oder mehrmals an der Drehscheibe des eigenen Telefons gedreht bis die Leitung stand. Irgendwann gab es Tastentelefone. Dadurch sparte man etwas Zeit. Fehlt uns heute irgendetwas? – ja: Ruhe und Erholung.

  • auf der Straße, im Bus oder der Straßenbahn beinahe rund um die Uhr Geklingel…
  • ständige Erreichbarkeit, auch beim (ehemals erholsamen) Waldspaziergang…
  • Gruppenzwang, weil jeder im Freundeskreis ein Handy hat, man also zum Simsen etc. gezwungen wird…

Natürlich verursacht so ein Handy nicht nur (teilweise sehr hohe) initiale Kosten. Man muss auch einen Vertrag abschließen oder das Handy zumindest von Mal zu Mal mit einem Guthaben aufladen. Da die Technik voranschreitet und Akkus irgendwann kaputtgehen (sollen), gibt es darüber hinaus noch erhebliche Folgekosten. Es ist mit den Handys wohl so wie mit den Zigaretten und dem Alkohol. Die Menschen bezahlen einen Haufen Geld dafür. Die meisten fragen sich aber leider nicht, wofür sie ihr Geld eigentlich ausgeben…

Ich habe in der Sauna noch nie jemanden mit dem Handy telefonieren sehen oder hören. Gott sei Dank!

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Gesellschaftskritik, Lebensart, Philosophie

 

Knut ist tot – ein Fazit

22 Mrz

Erst erwischt es den altersschwachen Paul und jetzt Knut. Wann ist wohl die schielende Heidi dran?

Mein Beileid an alle ernsthaft um Knut Trauernden, von denen sich viele wohl mal fragen sollten, warum sie um einen Eisbären trauern, aber Tag für Tag Fleisch essen, das ja mal Bestandteil ehemals lebendiger Tiere war… Ist das Leben eines Eisbären mehr wert als das einer Kuh oder eines Schweins? Und wer will das entscheiden? Sicher wird es wohl mehr Kühe und Schweine als Eisbären geben, aber wenn man nach der Biomasse geht, wo ordnet man denn dann uns Menschen ein? Ich verabscheue diese Doppelmoral auf Tiefste und ich beteilige mich auch nicht an dieser scheinheiligen Trauer um einen Eisbären, den ich nur aus den Medien kenne, zu dem ich daher auch keinerlei persönliche Bindung habe und der meine fünfjährige Tochter vermutlich ohne mit der Wimper zu zucken fressen würde, wenn sie ihm zu nahe käme…

Kein Beileid übrigens an alle, die bloß um das Geld trauern, dass sie in Zukunft wohl nicht mehr mit Knut verdienen werden, und denen Knuts Gesundheitszustand auch nur aus diesem Grunde wichtig war.

Die skurillen Beileidsbekundungen zeigen mir einmal mehr, wie sehr sich große Teile der Bevölkerung von den Medien manipulieren lassen, ohne dass sie es merken. Ich finde es auch bedenklich, was viele Menschen durch ihre rosarote oder besser durch ihre eisbärweiße Brille so alles in solch einen Bären hinein interpretieren. Die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft da ja wohl sehr weit auseinander…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Gesellschaftskritik

 

Eine Lautsprecher-Tasche für das Liegetrike

20 Mrz

Letzten Montag habe ich mir bei Amazon eine Lautsprecher-Tasche von Q-Sonic für das Liegetrike bestellt, im Folgenden nur Lautsprecher genannt. Neben dem sehr günstigen Preis (mit Versandkosten etwas mehr als 20 €) gab es auch durch die Bank weg sehr gute Kundenrezensionen.

Letzten Freitag ist er nun endlich gekommen. Ich nahm vier Akkus (zwei davon als Reserve) und lud sie auf. Wegen meiner Ungeduld, schließlich wollte ich noch den rechten Vorderreifen an einer Helpuper Tankstelle auf 4,5 bar aufpumpen, und weil es allmählich dunkler wurde, nahm ich statt der noch nicht fertig aufgeladenen Akkus zwei unterschiedlich volle Batterien, was sich als fatal herausstellen sollte…

Ich schloss den Lautsprecher per Adapter an mein B2100 an und befestigte beides leicht und sicher am Sitz des Liegetrikes. Danach fuhr ich langsam los. Sowohl Radio-Empfang als auch Sound-Qualität bei MP3-Dateien waren bei höherer Lautstärke katastrophal!

Frustriert vermutete ich die Ursache erst im Adapter. Eher zufällig, als ich schon eine Internet-Recherche nach einem MP3-Player mit Radio gestartet hatte, tauschte ich die Batterien gegen die mittlerweile aufgeladenen Akkus aus. Sie können sich sicher denken, was jetzt kommt: Radio-Empfang und Sound-Qualität waren nun endlich so, wie ich es mir erhofft hatte…

Mittlerweile habe ich schon eine entspannte Tour hinter mir. Der Lautsprecher sitzt nun direkt vor dem Sitz, siehe Foto. Das Handy ist in dessen Tasche untergebracht. Bei langsamer Fahrt (10-15 km/h) und ohne viel motorisierten Verkehr kann man Nachrichten ganz gut verfolgen.

Insgesamt bin ich zufrieden, obgleich ein Autoradio natürlich um Längen komfortabler ist. Während der Fahrt den Sender oder die Lautstärke wechseln, – davon kann ich auf dem Liegetrike nur träumen… Aber mal ehrlich: Was kann es denn für einen Fußballfan Schöneres geben, als bei 25 Grad und strahlendem Sonnenschein genüsslich durch die Gegend zu flanieren und dabei Liga Live auf WDR2 zu hören? Alles verschmerzbar!

Erfahrungen nach einem Monat:

Der Lautsprecher ist während der Fahrt insgesamt zu leise bzw. das Handy. Es ist gut möglich, dass mit einem anderen Handy oder einem MP3-Player eine höhere Lautstärke möglich wäre. Während einer Pause ist die Lautstärke völlig in Ordnung, aber leider führt die Summe verschiedener Faktoren dazu, dass man gerade bei den Nachrichten während einer normalen Fahrt nicht viel mitbekommt:

  • störende Geräusche durch Fahrtwind bereits ab 20 km/h
  • störende Geräusche durch schnell fahrende Autos
  • geringere akustische Wahrnehmung beim Tragen einer Mütze oder Sturmhaube

Ich habe das Radio trotzdem immer an. Es scheint mir so, als würde es mich vom Treten ablenken, was gerade bei stärkeren Anstiegen sehr angenehm ist. Dort ist dann auch die Geschwindigkeit deutlich geringer, so dass ich mehr höre. Insgesamt halte ich den Lautsprecher für eine Bereicherung beim Fahren. Übrigens halten auch die Akkus sehr lange durch: Mittlerweile bin ich bei knapp 20 Fahrstunden und sie laufen immer noch!

21. September 2011

Vor ein paar Tagen habe ich die Lautsprecher-Tasche an der Kopfstütze befestigt, was wider Erwarten sogar ging und sich in der Praxis als sehr vorteilhaft herausgestellt hat. Zwar kann ich mich mit Helm nicht mehr so gut anlehnen, dafür höre ich nun deutlich besser und damit mehr, selbst bei Geschwindigkeiten über 20 km/h und leichtem Verkehrslärm. Der Grund liegt natürlich auf der Hand: Die Lautsprecher-Tasche befindet sich nun in direkter Nähe zu meinen Ohren. Aufgrund der Form der Lautsprecher-Tasche sieht sie übrigens tatsächlich aus, wie man sich eine Kopfstütze gemeinhin vorstellt. So stimmt letztendlich auch die Optik.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes

 

Zwei Pedalhaken für das Liegetrike

16 Mrz

Schon am 31. August 2010 habe ich über meine Erfahrungen bezüglich Pedale und Pedalieren berichtet, siehe hier. Vergangenen Freitag habe ich mir nun ein Paar schwarze Kunststoff-Pedalhaken für kleines Geld (4,99 €) zugelegt.

Klick- oder Magnetpedale wollte ich nicht nehmen, da ich das Liegetrike hauptsächlich für den Weg zur Arbeit benötige und nicht jedesmal zwei Paar Schuhe mitnehmen will.

Nun meine ersten Eindrücke:

  • Anbringung war problemlos möglich
  • keinerlei Schmerzen nach einer ausgedehnten 37-km-Tour, auch nicht in meinem rechten Problem-Knie
  • das Fahren erschien mir insgesamt leichter, da weniger Druck auf den Pedalen nötig
  • stärkere Beanspruchung der Unterschenkel-Muskulatur durch permanentes Treten mit den Fußballen
  • insgesamt runderer Tritt

Pedalriemen zur weiteren Fixierung der Füße habe ich mir mittlerweile auch besorgt. Leider sind sowohl die Pedalhaken als auch die Pedale an sich nicht dafür ausgelegt. Ich kriege sie zwar irgendwie befestigt, letztendlich ist es aber umständlich und langwierig. Für längere Touren probiere ich es aber mal eine Weile aus.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes

 

Plattfuß in Helpup

16 Mrz

(2011, OHNE Bud Spencer)

Nach einem ersten platten Liegetrike-Reifen am 24. September 2010, musste ich nun den Zweiten verzeichnen. Wieder war das rechte Vorderrad betroffen.

Auf der Hinfahrt zu meiner Arbeit nach Detmold fuhr ich wie gewohnt durch Helpup. Kurz vor dem Passieren der Kirche fuhr ich mit dem rechten Vorderrad über einen Zweig, der am Boden lag. Er war so klein, dass ich ihn vorher gar nicht registriert hatte. Selbst wenn ich ihn registriert hätte, wäre ich wohl drüber-
gefahren, was ja aus ethischer Sicht (Zweig war offensichtlich abgebrochen) völlig vertretbar gewesen wäre.

Als er allerdings am Rad zu “kleben” schien, wurde ich stutzig und hielt an. Was ich dann aus dem Reifen zog, ließ mich zuerst an einen Nagel denken, den irgendjemand durch den Zweig getrieben hatte, siehe Foto.

Tatsächlich war es ein schwarzer, glänzender Dorn von 3 Zentimetern Länge! Weitere Eigenschaften: extrem spitz, extrem hart. Er ist durch den Big Apple 50 mm gegangen wie ein Lötkolben durch Butter! (um es mit den Worten von James Bond in Goldfinger zu sagen) Ich vermute, der Zweig gehörte zu einem Schlehdorn (auch Schwarzdorn genannt).

Trotz längerer Suche unmittelbar nach dem Vorfall, konnte ich das Loch im Schlauch nicht finden, weswegen ich das Flicken auf den Abend verschieben musste. Glücklicherweise konnte meine Frau mich auflesen.
Das Liegetrike ließ sich schnell kleinfalten und problemlos im Kofferraum unseres Opel Combos verstauen.

Angesichts der Atomkatastrophe im Nordosten Japans, erscheint so ein Plattfuß völlig unbedeutend und der Ärger darüber hielt sich bei mir auch in sehr engen Grenzen.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes