Ein Essay über den Menschen und seinen Umgang mit der Umwelt
Kaum vorstellbar: Ein Müllstrudel doppelt so groß wie Texas (viermal so groß wie Deutschland) treibt im Pazifik!
Dieser Strudel besteht aus entsorgtem Plastikmüll, welcher nur sehr langsam verrottet, siehe hier.
Der schwedische Konzern Electrolux hat nun im Rahmen der globalen Initiative Vac from the Sea begonnen, diesen Müll abzufischen und zu recyceln. Daraus sollen zunächst einmal Staubsauger hergestellt werden.
Was sind wohl die Motive von Unternehmen, die solche oder ähnliche Initiativen starten? Da im Grunde jedes Unternehmen in einem kapitalistischen Land das Ziel hat, größtmöglichen Gewinn zu erzielen, dürfte wohl in den allermeisten Fällen Gewinnmaximierung dahinter stecken. Zum einen könnte es sein, dass das Bergen und Recyceln von Plastikmüll deutlich günstiger ist als die Neuproduktion, vor allem, wenn es Freiwillige oder Ehrenamtliche machen. Zum anderen stehen solche Unternehmen, unabhängig davon, was sie in den letzten Jahren in Sachen Umweltschutz oder Umweltverschmutzung gemacht oder auch nicht gemacht haben, in den Medien und damit auch bei den Endkunden erst mal sehr gut da, wovon sich die Marketing-Experten sicher einen höheren Absatz der hergestellten Produkte versprechen.
Vielleicht sind es aber im Falle von Electrolux tatsächlich lautere Motive, was wünschenswert wäre. Wenn dem so ist, wäre es fast zu schön um wahr zu sein und findet hoffentlich in Zukunft viele Nachahmer…
Was aber auch die Motive letztendlich sein mögen, der Umwelt und den Meerestieren wird es egal sein.
Nicht WARUM man etwas Gutes tut ist entscheidend, sondern DASS man es tut!
Es ist schade, dass in unserer Konsumgesellschaft soviel Verpackungsmüll entsteht und dass man als Endkunde auch nicht viel dagegen tun kann. Viele Produkte, sollen sie verkaufsfähig sein, müssen schon aus Transportschutzgründen verpackt sein. Nahezu alle Produkte, die aus mehr als einem Teil bestehen, auch.
Als Endkunde steht man zwar in diesem Fall hilflos da und kann nur hoffen, dass der Müll vernünftig recycelt wird. In anderen Fällen kann man aber durchaus seinen Beitrag leisten:
- Recycling-Unterstützung durch Mülltrennung
- Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf
- bewussteres Einkaufen
- Loslösung von der Wegwerfmentalität
Gerade der letzte Punkt ist aber auch an Hersteller gerichtet, ihre Produkte so zu produzieren, dass diese im Reparaturfall kostengünstig repariert werden können. Kostengünstig heißt, dass eine Reparatur für den Endverbraucher finanziell günstiger wäre als eine Neuanschaffung.
Wenn ich über das Wesen des Menschen nachdenke und meine jahrzehntelangen Beobachtungen und Erfahrungen mit einfließen lasse, werde ich skeptisch: Viele Menschen sind bequem und geistig schwach, d.h. sie lassen sich leicht in Versuchung führen und blenden bzw. geben Reizen schnell nach, vergessen ihre Disziplin, hinterfragen nicht genug, denken nicht weit genug oder nur an ihre eigenen Interessen…
Ein Lichtstreif am Horizont sind die vielen Menschen, denen das an sich selbst irgendwann aufgefallen ist und die nun daran arbeiten, das zu ändern.
Natürlich bin auch ich nicht perfekt und habe meine Schwächen. Aber ich bin auch Idealist und versuche mich dem Ideal, das ich zwar nie erreichen werde, zumindest sukzessive anzunähern. Passive Unterstützung erhalte ich von meinen beiden Kindern, denen ich versuche, stets ein gutes Vorbild zu sein und denen ich gerne zumindest die Welt hinterlassen möchte, die ich als Kind auch hatte.