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Archiv für August 2010


Über Pedale und Pedalieren

31 Aug

Ich habe gestern Abend noch eine kleine Tour bei Nässe unternommen. Bei hohem Tempo auf einer Gefällstrecke rutschte ich mit dem rechten Fuß plötzlich von der Pedale und hatte kurzzeitig Bodenkontakt. Zum Glück ist nichts passiert. Gerät der Fuß oder das Bein jedoch unter den Rahmen und verhakt sich dort, kann es zu schlimmsten Verletzungen kommen!

Was kann man machen, damit sich so etwas nicht wiederholt?

Ich persönlich werde es erst mal mit besonderer Vorsicht probieren, da ich nicht jedesmal ein extra Paar Schuhe nur für das Radfahren mitnehmen will. Wen das nicht stört, ist mit speziellen Pedalen sicher gut beraten. Hier finden Sie mehr Informationen über solche Pedale.

Verzichtet man auf spezielle Pedale, sollte man meiner Meinung nach grundsätzlich nie die Füße gegen die Pedalen drücken. Will man ein Abrutschen in dieser Position verhindern, muss man sie schon fest dagegen pressen, was wenig sinnvoll ist und auch nicht wirklich Spaß macht. Besser ist es, die Fußspitzen mit der Sohle AUF die Pedale zu legen. Dafür benötigt man keinen Druck, die Beine werden entlastet und die Füße können nicht mehr nach unten rutschen. Dafür fühlt es sich allerdings so an, als würde man die ganze Zeit auf Zehenspitzen stehen. Sicher auch etwas, woran sich die entsprechenden Muskeln erst gewöhnen müssen.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes, Tipps und Tricks

 

Meine erste Tour mit dem ICE Sprint

28 Aug

Heute war es endlich soweit: Ich konnte mein Liegetrike ICE Sprint nach rund 5 Wochen von Fahrrad Marquardt aus der Zigarrenstadt Bünde abholen. Bei ausnahmsweise richtig gutem Wetter habe ich es riskiert, gleich damit die rund 40 km nach Oerlinghausen zurückzufahren.

Wo die Radwege gut waren, habe ich diese auch befahren, ansonsten habe ich die Straße genommen. Letzteres ging übrigens sehr gut! Keine hupenden, wütenden Autofahrer (selbst mitten durch Herford nicht), dafür strahlende und überraschte Gesichter wohin man schaute!

Der erste Downhill war auch klasse, ebenso das coole Sitzenbleiben an roten Ampeln.

Der nicht enden wollende Berg zwischen Bielefeld-Lämershagen und Oerlinghausen war auch ganz gut zu schaffen, obwohl mir ein wenig die Zehenspitzen einschliefen.

Meine Oberschenkel spüre ich zwar deutlicher als sonst, was mich aber nicht sehr stört.

Es hat übrigens eine Weile gedauert, bis ich die Klingel gefunden habe. So hatte ich auf einem schmalen Fahrradweg zwei Aufrechtradfahrer von hinten freundlich ansprechen müssen, ob sie mich kurz vorbeilassen könnten, was sie ebenso freundlich machten.

Den Wendekreis mit Mesh-Sitz fand ich relativ groß. Manchmal musste ich  in engeren Kurven ein paar Mal vor und zurück rangieren. Vielleicht kann ich das noch besser einstellen. Auch wird das halbe Sichtfeld des Spiegels von meiner linken Schulter eingenommen.

Ansonsten hat es super Spaß gemacht, schade dass es gerade regnet.

Schutzbleche habe ich noch nicht, rüste ich aber sicher noch nach. An kalten Tagen kann man jetzt aber immerhin die Hände gut aufwärmen, wenn man sie mal bei voller Fahrt auf die Reifen legt…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Auf drei Rädern, Liegetrikes

 

Die Kunst des richtigen Wartens

26 Aug

Im Laufe eines Lebens kommt es immer mal wieder vor, dass man auf etwas warten muss, z.B. auf die Lieferung eines Liegetrikes… Hier aber erst mal drei Beispiele aus meiner Kindheit:

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Kind einmal auf einen James-Bond-Film gewartet habe. Damals in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, in der für mich guten, alten Zeit, konnte ich mit dem Warten noch nicht sonderlich gut umgehen. Einige Wochen zuvor lief der James-Bond-Film Goldfinger, der mich sehr begeistert hatte. Nun sollte am Abend zur besten Sendezeit Feuerball folgen. Zu der Zeit gab es noch kein Internet, geschweige denn die Möglichkeit, den Film einfach zu kaufen. Man hätte ihn sich bestenfalls aus einer Videothek ausleihen können. Die letzten sechs Stunden waren dann fast unerträglich, haben aber auch meine Phantasie angeregt und mich zum Nachdenken gebracht. Ich kann mich nicht erinnern, irgendetwas Sinnvolles in dieser Zeit getan zu haben, außer mir anhand der spärlichen Informationen aus der Fernsehzeitung vorzustellen, wie der Film wohl werden würde.

Ähnlich erging es mir auch einmal mit der Serie Didi – Der Untermieter, ursprünglich Die Nervensäge, mit Dieter Hallervorden. Nach meiner ersten Episode, der sehr guten fünften (Der Untermieter), musste ich eine geschlagene Woche auf die sechste (Willis Mutter) warten.

Noch länger war das Warten während der einen oder anderen Sommerpause der Fernsehserie Dallas, z.B. als der totgeglaubte, weil ordentlich verstorbene Bobby Ewing am Ende einer Staffel quicklebendig unter der Dusche stehend von seiner Frau Pamela aufgefunden wird…

Heute muss ich zwangsläufig schmunzeln, wenn ich so darüber nachdenke. Zum Leben gehört auch, dass man nach und nach die Vorzüge einer längeren Wartezeit zu schätzen lernt. In den jeweils neun Monaten, die meine Frau und ich auf unsere Kinder warten mussten, haben wir z.B. trotz der Ungewissheit, ob alles klappen würde, sehr viel Vorfreude entwickelt.

Vorfreude ist die schönste Freude

In diesem Sprichwort steckt sehr viel Wahrheit. Das Warten auf etwas Positives ist immer auch mit Vorfreude verbunden, die man in der Regel auch gerne mit anderen teilt. Des Weiteren erhöht Vorfreude nachweislich den Endorphin-Spiegel, was Glücksgefühle fördert und Stressgefühle vermindert.

Natürlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass das, worauf man sich so sehr freut, möglicherweise nicht immer den hohen Erwartungen entsprechen wird. Tiefe Enttäuschung kann die Folge sein. Also: Vorfreude ja, aber dabei auf dem Teppich bleiben!

Ich habe dieses schöne Gefühl der Vorfreude in den letzten 4-5 Wochen immer wieder verspürt, in denen ich jetzt schon auf mein Liegetrike warte. Allerdings habe ich die Zeit nicht nur mit Träumen verbracht.
So habe ich mich währenddessen in das Blog-System WordPress eingearbeitet, um mich weiter mit diesem faszinierenden Thema auseinandersetzen zu können und gleichzeitig, um etwas Sinnvolles für mich und andere zu entwickeln. Herausgekommen ist dieses Blog inklusive aller Artikel.

Höhepunkt aber war das Verfassen einer Kurzgeschichte, in der einer der Protagonisten ein Liegetrike fährt.
Siehe auch den Artikel Eine erste Kurzgeschichte. Allerdings hatte ich schon immer vor, selbst zu schreiben, die Wartezeit auf das Trike bzw. das Trike an sich war im Grunde nur der Auslöser.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes, Philosophie

 

Fahrradversicherung

24 Aug

Generell lohnt es sich immer, sein Rad gegen Diebstahl zu versichern. Selbst wenn der Versicherungsfall nie eintritt, ist man von der latenten Verlustangst, etwas Wertvolles verlieren zu können, weitestgehend befreit.

Es gibt zwei Möglichkeiten, sein Rad zu versichern:

  • über eine spezielle Fahrradversicherung
  • über die Hausratversicherung

Spezielle Fahrradversicherungen sind relativ teuer. Mit 10% des Kaufpreises muss man fast immer rechnen.
Bei einem 3000 € teuren Liegetrike wären das stolze 300 € im Jahr. Auch wenn diese Versicherungen oft mehr abdecken als nur den Verlust bei Diebstahl, ist mir das persönlich viel zu teuer.

Man kann sein Fahrrad aber auch verhältnismäßig günstig über die Hausratversicherung mitversichern.
Bei Diebstahl erstattet werden maximal 5% der Deckungssumme. Bei 25000 € Deckungssumme wären das z.B. 1250 €. Es ist zwar an vielen Stellen zu lesen, sehr teure Fahrräder sollte man nicht über die Hausratversicherung, sondern über eine spezielle Fahrradversicherung versichern, doch hat man dann eben auch im günstigsten Fall (kein Diebstahl, kein Vandalismus, keine Beschädigungen durch Stürze, keine hohen Reparaturkosten) immer die hohen Versicherungskosten als feste jährliche Konstante.

Ich habe mein Liegetrike über meine Hausratversicherung mitversichert, die ich bei der HUK-Coburg habe.
Da nur maximal 5% der Deckungssumme erstattet werden, habe ich sie entsprechend erhöhen lassen.
Es besteht dort übrigens ein 24-Stunden-Schutz, das Rad muss aber stets abgeschlossen werden, auch wenn es in einem öffentlich zugänglichen Keller oder Treppenhaus abgestellt wird. Das Rad muss nicht an einen festen Gegenstand angeschlossen werden, ein einfaches Abschließen reicht. Auch welches Schloss man verwendet, ist egal. Für die Fahrradversicherung innerhalb der Hausratversicherung bezahle ich knapp 50 € im Jahr, also rund ein Sechstel von dem, was ich für eine spezielle Fahrradversicherung bezahlen würde.
Zwar wird der Wertverlust berücksichtigt, das heißt, man würde nach ein paar Jahren nicht mehr den vollen Kaufpreis erstattet bekommen, doch ist das ja durchaus nachvollziebar und vertretbar.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Liegetrikes, Radfahren allgemein

 

Eine erste Kurzgeschichte

23 Aug

In den letzten Wochen habe ich neben den hier publizierten Artikeln auch eine erste Kurzgeschichte verfasst, die im Universum einer bekannten Buchreihe angesiedelt ist, die ich sehr gut kenne. Da es sich um das erste Werk dieser Art von mir handelt, kann ich dessen literarische Qualität aber schlecht einschätzen.

Auch wenn ich die Geschichte in erster Linie für mich selbst und aus Spaß am Kreieren eigener Handlungen bzw. Handlungsstränge geschrieben habe, würde ich mich freuen, sie einer größeren Gemeinschaft zukommen lassen zu können.

Für alle Liegetrike-Begeisterten: Einer der Protagonisten fährt in dem Roman ein Tadpole Trike.

Da ich nicht weiß, inwieweit ich mich bei einer Publikation auf rechtliches Glatteis begäbe, sehe ich vorsichtshalber von einer Veröffentlichung auf diesen Seiten ab.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Literatur

 

Mit dem Rad zur Arbeit 2010

23 Aug

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Initiative von ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) und AOK (Allgemeine Ortskrankenkasse), die zu einem gesünderen Lebensstil durch mehr Bewegung und zu mehr Umweltbewusstsein im Hinblick auf CO2 anregen soll. Als Belohnung winken hochwertige Preise rund um das Thema Radfahren, die in einem Gewinnspiel verlost werden. Die Webseite zu dieser Initiative finden Sie hier.

Ich persönlich habe heute meine 20. Radfahrt hinter mich gebracht und hoffe nun auf einen schönen Preis…
In meinem Fall ergibt das bei rund 33 km täglich eine Gesamtstrecke von 660 km in den letzten rund sechs Wochen (12. Juli – 23. August), was in etwa der Strecke Bielefeld – Paris entspricht.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Radfahren allgemein

 

Eine Frage der Vernunft

16 Aug

Viele Menschen tun etwas für ihre Gesundheit und erholen sich z.B. in der Sauna vom Alltagsstress.
Nehmen wir mal an, die Tageskarte kostet 16,50 €. Der eine oder andere wird jetzt vielleicht denken,
dass das ganz schön viel Geld ist. Was bekäme man denn noch für 16,50 €?

  • 3 Schachteln Zigaretten
  • 3 Flaschen Schnaps
  • 3 Disco-Besuche
  • 9 Tüten Chips
  • 9 Packungen Schokolade
  • 12 Liter Superbenzin

Die Liste ist natürlich nicht ganz fair. Es gibt auch durchaus gesündere Dinge für dieses Geld. Aber diejenigen, die regelmäßig Geld für die oben genannten Dinge ausgeben und dadurch teilweise ihre Gesundheit aufs Spiel setzen oder gleich ganz ruinieren, können und sollen sich gerne angesprochen fühlen.

Nehmen wir mal zwei Menschen gleichen Alters, gleicher Kondition, gleicher Gesundheit etc. Einer beginnt, regelmäßig Fahrrad zu fahren und in die Sauna zu gehen, der andere beginnt regelmäßig Kette zu rauchen und in die Kneipe zu gehen. Nach einem Jahr wollen sie gegeneinander antreten und verabreden sich.

Was meinen Sie, wer da die Nase vorn haben wird?

Wahrscheinlich niemand, weil sie sich gar nicht treffen werden. Der eine wird nicht nur gesundheitlich sondern auch sozial so abgerutscht sein, dass er allein aus Scham nicht kommen wird. Der andere kommt vielleicht, will sich aber eigentlich gar nicht auf so eine Stufe stellen.

Den Alkohol- und Zigarettenherstellern ist das egal. Die freuen sich, dass wieder ein Idiot mehr sein Geld für ihr Teufelszeug ausgibt bzw. seinen Lebensabend, seine Gesundheit und seine Karrierechancen dafür opfert.
Dass Alkohol- bzw. Zigarettenkonsum abhängig bzw. süchtig macht, wird übrigens billigend in Kauf genommen und ist ein gern gesehener Nebeneffekt. Dass der Konsum auch das Leben drastisch verkürzen kann, wird dagegen nicht gern gesehen. Tote können schließlich nichts mehr kaufen…

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Lebensart

 

Gesunde Entspannung in der Sauna

16 Aug

Vor einigen Jahren habe ich mit meiner Familie Urlaub am Weissenhäuser Strand an der Ostsee gemacht.
Im Preis inklusive war die tägliche, unbegrenzte Benutzung des subtropischen Badeparadieses inklusive Sauna. Seitdem gehe ich regelmäßig in die Sauna des H2O in Herford.

Mein klarer Favorit ist die 80° C heiße Lölysauna mit leiser Entspannungsmusik und frischem Zitronenduft.
Ein weiteres MUSS ist die Terra-Sauna (70° C – 100° C), in der man nicht nur schwitzt, sondern auch etwas für Auge und Ohr bekommt: So gibt es z.B. zum jeweiligen Thema passende Licht- und Geräuscheffekte und manchmal kriegt man auch einen angenehm temperierten Wasserstrahl ins Genick. Themen sind Vulkanausbruch u.a. mit Gewitter, Wüste u.a. mit Nomaden-Gebrabbel, Regenwald u.a. mit Affengeschrei und Ozean u.a. mit Walgesang. Fast immer gehe ich auch in die Suola-Sauna (65° C), einer Salzsauna mit Gradierwerk und in das Sanarium (60° C) mit Orangenduft und wechselnden Lichtfarben. Kürzere Besuche in den beiden Dampfbädern (45° C) gehören für mich auch dazu.

Erst spät habe ich die ergonomischen Wärmeliegen (39°C) in einem Ruheraum im Saunapark entdeckt, aus denen man, liegt man erst einmal drin, nur sehr schwer wieder herauskommt. Auch die Whirlpools, von denen einer im Hauptgebäude und einer draußen im Park steht, laden zur Entspannung ein. Oft bade ich auch in dem angenehm warmen Außenbecken.

Auch die Verköstigung ist hervorragend. Eine große Portion Pommes Mayo (ungesund, ich weiß) und einen großen Molke Drink mit Milch (viele Geschmacksrichtungen) bekommt man zusammen für unter 5 €!

Bezahlt wird übrigens bargeldlos mit einem Chip im Armband, was sehr bequem und unkompliziert ist.

Der Eintrittspreis von derzeit 16,50 € gilt für den ganzen Tag und ist daher völlig in Ordnung, auch wenn ich persönlich meist nie länger als vier Stunden drin bleibe. Das Erlebnisbad ist im Preis mit drin. Beim Kauf einer Zehnerkarte reduziert sich der Preis für einen Saunabesuch auf 15,10 €.

Für mich als zweifachen Familienvater ist diese Sauna ein modernes Paradies, wo ich herrlich entspannen und dem Alltag mal für ein paar Stunden entfliehen kann.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Lebensart

 

Unser Balkongarten

12 Aug

Habe ich unseren überdurchschnittlich großen Balkon in den ersten Jahren nach unserem Einzug im Jahr 2005 nie zum Pflanzenanbau verwendet, so hat sich das in den letzten 2 Jahren geändert.

Im Jahr 2009 habe ich Sonnenblumen und Gurken angepflanzt, wobei ich sogar eine sehr bescheidene und übersichtliche Ernte einfuhr. 2010 begann ich mit Erbsen und konnte auch da den Inhalt der einen oder anderen Schote mit meiner Frau und meiner Tochter teilen.

Weitere essbare Pflanzen waren Petersilie, Thymian, Kapuzinerkresse, Blumenkohl (eher experimentell) sowie ein Kürbis. Die einzige Kürbisfrucht wurde am 15.09.2010 bei einem Gewicht von 3,4 kg und einem horizontalen Umfang von 68 cm abgenabelt. Die Pflanze war zu dieser Zeit über 1,20 m lang. Leider wurden alle
Blumenkohlpflanzen früher oder später von Blattläusen befallen, weswegen wir uns vorzeitig von ihnen trennten. Die Töpfe waren aber ohnehin zu klein, so dass wohl keine essbaren Blütensprossen entstanden wären.

Bei nicht essbaren Pflanzen bzw. Blumen machten wir gute Erfahrungen mit Kokardenblumen, Kornblumen und Kamille. Auch eine japanische Blumenmischung ist hervorragend gewachsen und war in einem mittelgroßen Kübel das optische Highlight, auch weil die verschiedenen Blumen wieder und wieder blühten. Pech hatten wir mit den Sonnenblumen, die wohl aufgrund von Staunässe allesamt nach und nach eingingen.

Es stellt sich vielleicht die Frage, wie man dazu kommt, plötzlich Hobbygärtner zu werden, wenn man sich vorher nie sonderlich für dieses Thema interessiert hat?

Unsere erste Pflanze auf dem Balkon war ein Oleander, den uns ein Nachbar geschenkt hat. Die Initiative ging aber wohl eher auf passive Weise von meiner Tochter aus, der ich das Thema Pflanzenkunde ein wenig näherbringen wollte. Ich glaube, dass es erheblich zur Horizonterweiterung eines Kindes beiträgt, wenn man ihm z.B. demonstriert, wie aus einem kleinen Sonnenblumenkern eine mehrere Meter hohe Sonnenblume entstehen kann, – nur durch (nährstoffhaltige) Erde, Sonnenlicht und Wasser. Es fördert meiner Meinung nach sowohl das Interesse und die Begeisterung an der Natur als auch die Demut ihr gegenüber.

Mittlerweile macht es mir aber auch großen Spaß, nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen nach den Pflanzen zu sehen, z.B. ob sie weiter gewachsen sind oder ob sie schon blühen. Insbesondere nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, wo Fußballfans aus aller Welt erst mal in ein tiefes Loch fielen, mich eingeschlossen, war es schön, sich mit etwas Anderem beschäftigen zu können.

Da wir zwei kleine Kinder haben, möchten wir den giftigen Oleander zum Jahr 2011 verschenken. Wer aus Oerlinghausen oder Umgebung kommt und Interesse hat, kann sich gerne bei uns melden.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Pflanzenwelt

 

Riesiger Müllstrudel im Pazifik

12 Aug

Ein Essay über den Menschen und seinen Umgang mit der Umwelt

Kaum vorstellbar: Ein Müllstrudel doppelt so groß wie Texas (viermal so groß wie Deutschland) treibt im Pazifik!
Dieser Strudel besteht aus entsorgtem Plastikmüll, welcher nur sehr langsam verrottet, siehe hier.
Der schwedische Konzern Electrolux hat nun im Rahmen der globalen Initiative Vac from the Sea begonnen, diesen Müll abzufischen und zu recyceln. Daraus sollen zunächst einmal Staubsauger hergestellt werden.

Was sind wohl die Motive von Unternehmen, die solche oder ähnliche Initiativen starten? Da im Grunde jedes Unternehmen in einem kapitalistischen Land das Ziel hat, größtmöglichen Gewinn zu erzielen, dürfte wohl in den allermeisten Fällen Gewinnmaximierung dahinter stecken. Zum einen könnte es sein, dass das Bergen und Recyceln von Plastikmüll deutlich günstiger ist als die Neuproduktion, vor allem, wenn es Freiwillige oder Ehrenamtliche machen. Zum anderen stehen solche Unternehmen, unabhängig davon, was sie in den letzten Jahren in Sachen Umweltschutz oder Umweltverschmutzung gemacht oder auch nicht gemacht haben, in den Medien und damit auch bei den Endkunden erst mal sehr gut da, wovon sich die Marketing-Experten sicher einen höheren Absatz der hergestellten Produkte versprechen.

Vielleicht sind es aber im Falle von Electrolux tatsächlich lautere Motive, was wünschenswert wäre. Wenn dem so ist, wäre es fast zu schön um wahr zu sein und findet hoffentlich in Zukunft viele Nachahmer…

Was aber auch die Motive letztendlich sein mögen, der Umwelt und den Meerestieren wird es egal sein.

Nicht WARUM man etwas Gutes tut ist entscheidend, sondern DASS man es tut!

Es ist schade, dass in unserer Konsumgesellschaft soviel Verpackungsmüll entsteht und dass man als Endkunde auch nicht viel dagegen tun kann. Viele Produkte, sollen sie verkaufsfähig sein, müssen schon aus Transportschutzgründen verpackt sein. Nahezu alle Produkte, die aus mehr als einem Teil bestehen, auch.

Als Endkunde steht man zwar in diesem Fall hilflos da und kann nur hoffen, dass der Müll vernünftig recycelt wird. In anderen Fällen kann man aber durchaus seinen Beitrag leisten:

  • Recycling-Unterstützung durch Mülltrennung
  • Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf
  • bewussteres Einkaufen
  • Loslösung von der Wegwerfmentalität

Gerade der letzte Punkt ist aber auch an Hersteller gerichtet, ihre Produkte so zu produzieren, dass diese im Reparaturfall kostengünstig repariert werden können. Kostengünstig heißt, dass eine Reparatur für den Endverbraucher finanziell günstiger wäre als eine Neuanschaffung.

Wenn ich über das Wesen des Menschen nachdenke und meine jahrzehntelangen Beobachtungen und Erfahrungen mit einfließen lasse, werde ich skeptisch: Viele Menschen sind bequem und geistig schwach, d.h. sie lassen sich leicht in Versuchung führen und blenden bzw. geben Reizen schnell nach, vergessen ihre Disziplin, hinterfragen nicht genug, denken nicht weit genug oder nur an ihre eigenen Interessen…
Ein Lichtstreif am Horizont sind die vielen Menschen, denen das an sich selbst irgendwann aufgefallen ist und die nun daran arbeiten, das zu ändern.

Natürlich bin auch ich nicht perfekt und habe meine Schwächen. Aber ich bin auch Idealist und versuche mich dem Ideal, das ich zwar nie erreichen werde, zumindest sukzessive anzunähern. Passive Unterstützung erhalte ich von meinen beiden Kindern, denen ich versuche, stets ein gutes Vorbild zu sein und denen ich gerne zumindest die Welt hinterlassen möchte, die ich als Kind auch hatte.

 
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Veröffentlicht von Bernd Schwabedissen in Umweltschutz